17 Millionen Euro zusätzlich für den Konjunkturmotor Wohnbau

Wien (OTS) - Wien blickt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach vorne und kämpft mit einem Investitions- und Beschäftigungspaket im Ausmaß von insgesamt zusätzlich 700 Millionen Euro um jeden einzelnen Arbeitsplatz. Gezielte Maßnahmen werden vor allem an den Dreh- und Angelpunkten der Wirtschaft gesetzt, die entscheidenden Einfluss auf Beschäftigung und Konjunktur in Wien haben. So entfallen allein rund 1,615 Mrd. Euro des Wiener Rekord-Budgets 2009 auf die besonders beschäftigungs- und nachfrageintensiven Branchen im Bau-und Baunebengewerbe. Die regulären Investments im Bereich des Wiener Wohnbaus sichern in Wien 2009 insgesamt 23.000 Arbeitsplätze im Bau-und Zulieferbereich. Im Rahmen des Wiener Konjunktur- und Beschäftigungspakets fließen nunmehr zusätzliche 17 Millionen Euro in thermisch-energetische Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen in Gemeindebauten und Amtshäusern.****

Brauner: 17 Millionen Euro Invest für Jobs und mehr Energieeffizienz

"Mit den zusätzlichen 17 Millionen an Investitionen bei der Sanierung und Verbesserung von Gemeindebauten und Amtshäusern gibt Wien dem Konjunkturmotor Bauen und Sanieren einen starken Impuls. Wir unterstützen damit auch viele kleine und mittlere Betriebe, die im Bau- und Baunebengewerbe aktiv sind - nichts ist so beschäftigungsintensiv wie grundlegende Sanierungsarbeiten. Die Bandbreite der Maßnahmen ist unglaublich groß - von der Deckensanierung über den Fenstertausch oder bis hin zu Außendämmungen", erklärte Vizebürgermeisterin und Finanzstadträtin Mag.a Renate Brauner im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters. "Bei der thermischen Sanierung treffen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe: Wir helfen tausenden WienerInnen beim Geld sparen, leisten einen massiven Beitrag um Klimaschutz und sorgen als öffentliche Hand für eine entsprechende Nachfrage. Kerngedanke des Wiener Konjunktur- und Beschäftigungspakets ist natürlich die Sicherung von Arbeitsplätzen - gerade im Bauwesen ist im Frühjahr mit einem Rückgang bei privaten Aufträgen zu rechnen. Mit diesem 17-Millionen-Paket wollen wir die Auftragslage möglichst stabil halten", so Brauner. Schwerpunkte der zusätzlichen konjunkturellen Maßnahmen der Stadt bilden geförderte Wohnbauten und Sanierungen von Amtshäusern. Speziell Sanierungen kommen zu rund 80 % der regionalen Wirtschaft und hier vor allem Klein- und Mittelbetrieben zugute.

Ludwig: Konjunkturinvestitionen sichern hunderte Arbeitsplätze

"Der Großteil der zusätzlichen Mittel aus dem Konjunkturpaket, rund 11 Mio. Euro, wird Wiener Gemeindebauten zugute kommen. Mit den Arbeiten, sowohl in den Städtischen Wohnhausanlagen als auch in den Amtshäusern, wird noch heuer begonnen. Davon profitieren nicht nur Wirtschaft und Klimaschutz, sondern vor allem auch die Mieterinnen und Mieter der Gemeindebauten und gemeinnützige Vereine wie ,Jugend am Werk’, die in den Amtsgebäuden eingemietet sind", unterstrich Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig. Die Stadt Wien setze damit allein im Bereich der Sanierung in rascher Folge einen weiteren Schritt zur Ankurbelung der Konjunktur. Ludwig: "Eine ganz entscheidende Maßnahme haben wir heuer bereits durch die neue Wiener Sanierungsverordnung getroffen. Denn allein durch die neuen Förderungsbestimmungen, die Mitte Januar 2009 in Kraft getreten sind, lösen wir ein Bauvolumen von jährlich 350 Millionen Euro aus. Wir sichern dadurch rund 4.200 Arbeitsplätze und schaffen 700 neue Jobs. Durch die zusätzlichen Finanzmittel aus dem Konjunkturpaket der Stadt Wien wird noch einmal ein Bauvolumen ausgelöst, das 120 weitere Arbeitsplätze sichert."

11 Mio. Euro für Sanierungsoffensive in Gemeindebauten

Wiener Wohnen investiert heuer die gewaltige Summe von knapp 600 Mio. Euro in Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen in den Städtischen Wohnhausanlagen. 164 Mio. Euro werden 2009 für die Sanierung von Wohnhausanlagen mit insgesamt 7.928 Wohnungen aufgewendet. Im Rahmen der Sanierungsoffensive wird diese Leistung im kommenden Jahr weiter gesteigert: 2010 investiert Wiener Wohnen die Rekordsumme von 192 Mio. Euro in Revitalisierungsmaßnahmen von Gemeindebauten mit insgesamt 9.950 Wohnungen. Auch die zusätzlichen 11 Mio. Euro aus dem Konjunktur- und Beschäftigungspaket fließen direkt in Gemeindebauten und dienen speziell thermisch-energetischen Maßnahmen.

Als Kompetenzzentrum für sämtliche gebäudewirtschaftliche Angelegenheiten führt die MA 34 - Bau- und Gebäudemanagement heuer rund 500 einzelgeplante Projekte mit einem Bauvolumen von mehr als 120 Millionen Euro durch. 6 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket werden nun zusätzlich in thermisch-energetische und Verbesserungsmaßnahmen in Amtsgebäuden investiert. Ludwig: "Insgesamt leisten wir damit nicht nur einen wesentlichen Beitrag für die regionale Wirtschaft und die Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen und den Schutz von Klima und Umwelt, sondern wir forcieren dadurch auch die bauliche Erneuerung und Modernisierung der städtischen Gebäude. Während in anderen Metropolen in diesen Bereichen gespart wird und soziale Wohnbauten nur absolute Mindeststandards für die sozial Schwächsten bieten, nimmt Wien seine Verantwortung wahr und investiert beträchtliche Mittel in die hohe Qualität, die Erhaltung und Erneuerung städtischer Gebäude und Wohnhausanlagen."

Bedeutender Wirtschaftsfaktor geförderter Wohnbau

Der Wohnbau hat wegen seiner hohen Inlandswirksamkeit große Bedeutung im Hinblick auf Wachstum und Beschäftigung der Gesamtwirtschaft. Zudem geht von der Entwicklung des Wohnbaus ein besonders stabilisierender Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt aus. Jene Mittel, die über die Wiener Wohnbauförderung bereitgestellt werden, lösen - bezogen auf die reinen Baukosten - Investitionen in mindestens dreifacher Förderhöhe aus. Die Stadt Wien ermöglicht somit alleine im Jahr 2009 mit einem Fördervolumen von rund 475 Millionen Euro, die in Neubau und Sanierung investiert werden, ein Bauvolumen von 1,425 Milliarden Euro. Dies stellt eine enorme wirtschaftspolitische und - aufgrund der Beschäftigungsintensität des Wohnbaus insbesondere im Bereich der Sanierung - bedeutsame arbeitsmarktpolitische Investition dar. Die Wiener Wohnbauförderung ist daher ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, der speziell in schwierigen Zeiten einen wichtigen Konjunkturmotor darstellt. Sie schafft bzw. sichert rund 17.000 Arbeitsplätze.
Derzeit sind in Wien mehrere Großprojekte in Bau oder in Vorbereitung, die für eine weitere Ankurbelung der Wirtschaft sorgen. Zusätzlich wird - aufgrund des zu erwartenden Bevölkerungswachstums -die Anzahl der gefördert errichteten Wohnungen von jährlich 5.500 auf 7.000 gesteigert. Dabei besitzen Investitionen in neue, umweltfreundliche Technologien einen sehr hohen Stellenwert. So werden in Wien 2009 bereits 24 % aller Neubauwohnungen in Passivhausstandard errichtet.

Geförderte Sanierungen in Wien - Bilanz 2008

2008 liefen bei 131 Wohnhausanlagen mit rund 4.900 Wohnungen die Vorarbeiten bzw. Arbeiten für eine geförderte thermisch-energetische Sanierung (Thewosan). Die Gesamtsanierungskosten dafür betragen rund 87 Mio. Euro, die Fördermittel der Stadt rund 31 Mio. Euro. Insgesamt befanden sich im vergangenen Jahr 334 Wohngebäude mit rund 11.470 Wohnungen und Wohnhausanlagen in einer geförderten Sanierung. Das Bauvolumen dafür macht rund 328 Mio. Euro aus, die Stadt unterstützt die Maßnahmen mit rund 215 Mio. Euro. Auch im Bereich des Klima- und Umweltschutzes geht Wien mit gutem Beispiel voran: In der Bundeshauptstadt wurden 2008 allein 254.000 Tonnen CO2 durch thermisch-energetische Sanierungsmaßnahmen eingespart, heuer werden es rund 264.000 Tonnen CO2 sein.

Bund muss Sanierung von mehrgeschossigen Altbauten unterstützen

Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig unterstrichen die Forderung der Stadt Wien nach einem stärkeren Engagement des Bundes: "Die Stadt Wien beschreitet auch in Zeiten der internationalen Finanzkrise einen ambitionierten, innovativen und kraftvollen Weg. Nachdem die Wohnbauförderungsmittel seit Jahren eingefroren sind, ist die Unterstützung vom Bund wünschenswert und notwendig. Wir begrüßen deshalb grundsätzlich die Ankündigung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, noch heuer Fördermittel im Ausmaß von insgesamt 50 Mio. Euro für die thermische Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern zur Verfügung zu stellen. Ganz klar damit verbunden ist unser Appell, dieser Aktion eine weitere und höhere Förderung für mehrgeschossige Altbauten aus der Gründer- und Zwischenkriegszeit folgen zu lassen", so Brauner und Ludwig abschließend. (Schluss) da

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Christiane Daxböck
Mediensprecherin StR. Dr. Michael Ludwig
Telefon: 01 4000-81869
E-Mail: christiane.daxboeck@wien.gv.at

Mag. Wolfgang Hassler
Mediensprecher Vbgmin Mag.a Renate Brauner
Telefon: 01 4000 81845
E-Mail: wolfgang.hassler@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0009