AK-Präsident Kalliauer: Oberösterreich braucht gesunde Arbeitnehmer

Linz (OTS) - Arbeitslosigkeit oder ein unsicherer Arbeitsplatz
sind in der Regel mit großem psychischem Druck verbunden und erhöhen das Krankheits- und Sterberisiko. "Diese Situation kann sich durch die gegenwärtige verschärfte Arbeitsmarktsituation massiv verstärken. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz steigen, und es ist zu befürchten, dass die aktuelle Krise die Menschen noch mehr Angst machen wird", warnt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Dieser Trend muss gestoppt werden. Anstatt Menschen zu kriminalisieren und noch mehr unter Druck zu setzen, ist Zusammenhalt und Rücksichtnahme gefragt. Die Angst darf nicht dazu führen, dass noch mehr Menschen bereit sind, auch krank zur Arbeit zu gehen. Eine Studie im Auftrag der AK Oberösterreich hat gezeigt, dass selbst in einer wirtschaftlich guten Phase (Erhebungszeitraum Dezember 2007) 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer/-innen schon krank zur Arbeit gegangen sind und bereit sind, krank zur Arbeit zu gehen.

Der Fehlzeitenreport 2008 des WIFO zeigt den klaren Aufwärtstrend der psychischen Krankheiten, der sich vor allem seit Mitte der 90er-Jahre beschleunigte. Diese Krankheitsgruppe ist die einzige, die zwischen 1994 und 2006 einen absoluten Zuwachs an Fehlzeiten je Beschäftigten verursacht hat. Der WIFO-Report verweist auf Studien, die ebenfalls bestätigen, dass Depressionen, Stress und Angstkrankheiten zu den gesundheitlichen Problemen zählen, die am häufigsten von Beschäftigten im Zusammenhang mit ihrer Erwerbstätigkeit erwähnt werden. Psychische Erkrankungen sind bei Frauen der häufigste und bei Männern der zweithäufigste Grund für die Invaliditätspension.

Oberösterreich weist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt überdurchschnittlich hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten auf. Dies ist auf die Arbeitsbedingungen in der industriellen Sachgütererzeugung, welche die oberösterreichische Wirtschaft prägt, zurückzuführen. Verletzungen und Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparats sind bei den Arbeitern in diesen Produktionsbereichen signifikant höher.

Die AK Oberösterreich fordert daher: Keine Kriminalisierung von kranken Menschen, sondern gemeinsame Anstrengungen, damit Arbeit und Arbeitslosigkeit Menschen nicht krank machen. Die Auflösung von Arbeitsverhältnissen im Krankenstand ist ungerecht und muss verboten werden. Es braucht Arbeitsbedingungen, die den körperlichen und psychischen Fähigkeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern angepasst sind und Verletzungen insbesondere durch Stress vermeiden.

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