Bures: Neue Mopedausbildung weiterer Schritt für mehr Verkehrssicherheit

Mehr Fahrpraxis soll mithelfen, Unfälle zu vermeiden

Wien (BMVIT) - "Jeder zehnte Verletzte im Straßenverkehr ist ein Mopedfahrer, das ist sehr viel. Besonders Jugendliche sind betroffen. 60 Prozent aller Mopedunfälle passieren Anfängern im ersten halben Jahr, das heißt es fehlt ihnen an Fahrpraxis - das wollen wir jetzt verbessern", so Verkehrsministerin Doris Bures, die heute eine Novelle zum Führerscheingesetz in Begutachtung schickt, mit dem die Mopedausbildung geändert werden soll. Diese sieht konkret vor, dass die Mopedausbildung für alle Altersgruppen vereinheitlicht wird und eine zweistündige Fahrpraxis im Straßenverkehr in die Ausbildung aufgenommen wird. Bisher sieht die Ausbildung für 15-Jährige nur Fahren am Übungsplatz, aber nicht begleitetes Fahren im Straßenverkehr vor; über 16-Jährige können derzeit ohne Fahrpraxis sofort am Straßenverkehr teilnehmen. ****

"Mehr Fahrpraxis soll mithelfen, Unfälle zu vermeiden", sagt Bures. Sie will damit einen weiteren Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr setzen. Bereits ab Sommer soll die bessere Ausbildung gelten. Grund dafür sind die steigenden Unfallzahlen bei MopedfahrerInnen. Im Jahr 2007 wurden fast 6.000 MopedfahrerInnen im Straßenverkehr verletzt. Vor allem die Jugendlichen sind besonders gefährdet: die Zahl der Verletzten 15-jährigen MopedfahrerInnen hat sich von 2003 auf 2007 mehr als verdoppelt (2003: 779 Verletzte, 2007: 1.686 Verletzte).

Das Regierungsprogramm sieht die "Prüfung von Maßnahmen bei der Mopedausbildung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von jungen LenkerInnen" vor. Die Entwicklung der Unfallzahlen veranlassen Bures aber dazu, "nicht länger zu prüfen, sondern jetzt rasch zu handeln". Die österreichischen Verkehrssicherheitsorganisationen fordern außerdem schon seit längerem eine Reform der Mopedausbildung.

Die Verkehrsministerin erklärt weiters, dass man sich sehr bemüht habe, die zusätzlichen Kosten für die erweiterte Fahrpraxis in Grenzen zu halten. Indem für die zwei zusätzlichen Praxisstunden im Gegenzug zwei Theoriestunden wegfallen, werden die Mehrkosten bei ca. 30 bis 40 Euro liegen. Bures: "Das ist gut investiertes Geld. Denn es geht um die eigene Sicherheit." Zudem gibt es bereits Signale aus der Versicherungsbranche, dass nach der neuen Mopedausbildung ein Prämiennachlass gewährt werden könnte, weil die Versicherungen durch eine bessere Ausbildung einen Rückgang der Unfallzahlen erwarten.

Hintergrund: Derzeit müssen 15-Jährige acht Stunden Theorie (inkl. Theorieprüfung) und sechs Stunden Fahrpraxis am Übungsplatz absolvieren, 16- bis 24-Jährige nur acht Stunden Theorie (inkl. Theorieprüfung) und ab 24 Jahren gibt es überhaupt keine Voraussetzung. Künftig sind für alle Altersgruppen acht Stunden Fahrpraxis (sechs Stunden am Platz, zwei Stunden im Verkehr) und sechs Stunden Theorie (inkl. Theorieprüfung) vorgesehen. InhaberInnen von Führerscheinen müssen keine Mopedausbildung absolvieren. Derzeit werden rund 40.000 bis 45.000 Mopedführerscheine ausgestellt. Die Kosten liegen derzeit - je nach Fahrschule unterschiedlich - bei rund 150 Euro.

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