KPMG-Studie prognostiziert für Mitte 2009 historischen Tiefststand für Fusionen und Übernahmen

Wien (OTS) - Das weltweite Geschäft mit Fusionen und Übernahmen ist 2008 weiter eingebrochen und wird frühestens Mitte dieses Jahres das Ende der Talsohle erreichen. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Analyse "M&A Predictor" von KPMG. Die Entwicklung in Österreich liegt im internationalen Trend.

Sowohl die Transaktionsvolumina als auch die Anzahl der angekündigten Transaktionen sind in der zweiten Jahreshälfte 2008 im Vergleich zum ersten Halbjahr noch einmal zurückgegangen. So nahm das Transaktionsvolumen in diesem Zeitraum von 1.767 Mrd. USD um 12 Prozent auf 1.551 Mrd. USD ab. Die Anzahl der Transaktionen reduzierte sich um knapp 11 Prozent (von 20.622 auf 18.439). Das durchschnittliche Transaktionsvolumen sank um 2 Prozent von 86 Mio. USD auf 84 Mio. USD. Insgesamt wurden vergangenes Jahr weltweit 39.061 Fusionen und Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von 3.318 Mrd. USD vollzogen.

Klaus Mittermair, Geschäftsführer bei KPMG: "Die Wirtschaftskrise hat den Merger&Akquisition-Markt deutlich geprägt. Die eingeschränkte Liquidität der Finanzmärkte wirkte sich negativ auf die Kreditvergabe der Banken aus. Darunter litten vor allem fremdfinanzierte Transaktionen. Die Zahlen lassen darauf schließen, dass sich die M&A-Aktivitäten 2009 sehr gedämpft gestalten werden. Wir erwarten, dass die weltweiten Geschäftsvolumina bis ins dritte Quartal hinein weiter fallen werden." Mittermair sieht gegen Jahresende 2009 eine Erholung: "Es liegen Anzeichen vor, dass sich das Blatt in der zweiten Jahreshälfte wieder wenden könnte. Unternehmen, die bisher den Markt nur beobachtet haben, werden diejenigen sein, die bar finanzierte Übernahmen vornehmen können - zum Beispiel Unternehmen, die ausreichend Cashreserven getätigt haben, einige staatliche Vermögensfonds und private Familienunternehmen."

Österreich liegt im internationalen Trend

"Die Zahl der M&A Transaktionen mit österreichischer Beteiligung sind 2008 gegenüber 2007 um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Der Anteil der Private Equity finanzierten Transaktionen blieb dabei mit knapp unter 20 Prozent auf Vorjahresniveau," beschreibt Gottwald Kranebitter, Geschäftsführer bei KPMG, die Situation in Österreich. "Seit Ende 2008 werden fast nur mehr weit fortgeschrittene Transaktionen zu Ende geführt. Neue Transaktionen sind hingegen kaum mehr am Markt. Die Entwicklung der M&A-Aktivitäten in Österreich entspricht damit dem internationalen Trend. Auch liquide Eigenkapitalgeber sind in Warteposition. Banken scheuen sich davor, größere Finanzierungen zu kommittieren und auch die Syndizierungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Weil sich aus den Businessplänen der Unternehmen angesichts der großen konjunkturellen Unsicherheiten keine tragfähigen Informationen über die Cashflows der Unternehmen ableiten lassen, verlangen vor allem die Fremdkapitalgeber Risikokapitalquoten von 50 Prozent und mehr. Das Wiedereinsetzen der Transaktionen wird daher vor allem von Unternehmen getrieben werden, die über eine starke Eigenkapitalbasis und über ausreichende Finanzierungskapazität verfügen. Gut positionierte und vorsichtig finanzierte KMUs in Österreich könnten hier schon früh von Chancen am Markt profitieren. Hohes Potenzial sehen wir für Transaktionen, die durch Insolvenzen oder Liquiditätsengpässe einzelner Unternehmen bedingt sind."

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