• 22.02.2009, 09:00:00
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"trend": Verbund will E-Tankstellennetz errichten

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber kündigt die Fortsetzung der Privatkundeninitiative und den Aufbau eines Netzes von Strom-Tankstellen an.

Wien (OTS) - Der Vorstandschef der Verbundgesellschaft, Wolfgang
Anzengruber, will das Geschäft mit Privatkunden weiter ankurbeln,
berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag
erscheinenden Ausgabe. Der Marktanteil in diesem Bereich soll in den
nächsten Jahren verdoppelt werden. Außerdem will man von der
bevorstehenden Einführung von Elektroautos profitieren. Anzengruber:
"Wenn E-Autos populärer werden, dann werden wir sicher nicht abseits
stehen. Als größter Stromerzeuger des Landes macht ein Netz von
E-Tankstellen Sinn. Das würde auch interessante Möglichkeiten für
eine bessere Auslastung des Netzes bringen, etwa indem Tanken zu
Zeiten sonst niedrigen Stromverbrauchs billiger ist."

Was eine Konsolidierung der heimischen E-Wirtschaft betrifft -
Stichwort österreichische Stromlösung -, meinte Anzengruber, eine
Zusammenarbeit mache nur bei der Stromerzeugung Sinn. "Im Vertrieb
wäre ein Zusammenschluss meiner Meinung nach schlecht. Da brauchen
wir Konkurrenz. Das ist auch im Sinne der Kunden." Die
Mehrheitsbeteiligung des Bundes an der Verbundgesellschaft - er hält
derzeit 51 Prozent - heißt Anzengruber ausdrücklich gut, während er
sich indirekt einen geringeren Anteil der Landesgesellschaften
wünscht: "Ein höherer Streubesitz wäre wünschenswert, aber der Bund
sollte als Mehrheitsaktionär erhalten bleiben. Sonst dauern
Entscheidungen zu lange." Das von der EU-geforderte
Ownership-Unbundling - also die Eigentümer-Trennung von Stromleitung
und Stromerzeugung - bezeichnete Anzengruber gegenüber dem "trend"
wörtlich als "Schwachsinn". Da solle ihm erst einmal einer erklären,
was das brächte.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Stromkonzern sieht
Anzengruber gespalten: "Wir wollen weiterhin im Ausland wachsen und
die Krise könnte uns die Chance geben, bei einigen Projekten günstig
einzusteigen." Für das Jahresergebnis 2009 sind die Folgewirkungen
dagegen weniger positiv: "Wo soll in einem Umfeld, in dem überall in
der Industrie Kurzarbeit eingeführt wird und Kapazitäten
zurückgefahren werden, Wachstum herkommen? Aus meiner Sicht wäre es
ein Erfolg, wenn wir das Ergebnis von 2008 in etwa halten könnten."
Kritik übt Anzengruber an den allein auf die Banken konzentrierten
Hilfspaketen: "Wir sehen hier schon eine Wettbewerbsverzerrung, wenn
die Banken mit Staatsgarantien günstigere Finanzierungen bekommen,
während wir nur mit unserem Unternehmen bürgen können. Natürlich wird
unsere Refinanzierung dadurch teurer."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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