Krisenintervention vom Roten Kreuz für Lokführer nach Unfällen

Kooperation zwischen den Österreichischen Bundesbahnen und dem Roten Kreuz

Wien (Rotes Kreuz) - Gestern kam es im Kärntner Gailtal zu einem Zusammenprall eines Zuges mit einem Auto auf einem unbeschrankten Bahnübergang. Lokführer sind nach solchen Unfällen körperlich meist unverletzt, doch psychisch sind solche Ereignisse für die Beteiligten schwer zu verkraften. 86 mal leisteten Rotkreuz-Helfer im vergangenen Jahr psychosoziale Hilfe für Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen. "Die Lokführer haben schwer mit einem solchen Unfall zu kämpfen, besonders die erlebte Hilflosigkeit belastet sie sehr. Durch eine rasche und professionelle Krisenintervention kann das traumatische Erlebnis deutlich besser verarbeitet werden", weiß Peter Kaiser, Leiter der psychosozialen Betreuung im Österreichischen Roten Kreuz.

"Die Österreichischen Bundesbahnen haben ein 'Laienhelfersystem', bei dem ausgebildete Mitarbeiter ihre Kollegen jederzeit durch Gespräche unterstützen können und so die psychische Gesundheit fördern. Die Kooperation mit dem Roten Kreuz hat sich im letzten Jahr bewährt und garantiert professionelle Hilfe in der besonders schwierigen Situation unmittelbar nach einem Ereignis. Diese Unterstützung ist für uns besonders wertvoll und hilft unseren Mitarbeitern das Geschehene zu bewältigen", so Ing. Bernhard Benes, Geschäftsführer der ÖBB-Traktion GmbH.

Die Kriseninterventionsteams des Österreichischen Roten Kreuzes betreuen Menschen nach außergewöhnlich belastenden Ereignissen. In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst sind die psychologisch geschulten Fachkräfte behutsame Zuhörer, die die Betroffenen unmittelbar unterstützen. Insgesamt gibt es in Österreich rund 1500 speziell ausgebildete freiwillige und hauptberufliche Mitarbeiter in der Krisenintervention und der Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen für Einsatzkräfte.

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