Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Was alles mit Politik verwechselt wird (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 20. Februar 2009

Klagenfurt (OTS) - In Österreich hat man Sinn für opulente Inszenierungen. Vor allem für solche, die vor Doppelmoral nur so triefen. Dieser Hang zum Theatralischen geht oft so weit, dass politisch instrumentalisierte Symbolik mit Politik verwechselt wird. Etwa dann, wenn einige Topmanager und Politiker unter dem Vorzeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise plötzlich am Opernball nicht einmal mehr anstreifen möchten.

Mit einem Mal gehört sich´s nicht mehr, vor Fernsehkameras im Luxus zu schwelgen, während jemand anderer gerade noch über die Runden kommt. Doch veränderte Bilder ändern keine soziale Realität. Dadurch entsteht nicht ein Hauch mehr Einkommensgerechtigkeit. Die wachsende soziale Kluft verringert sich nicht. Der Einfluss des Staates auf Unternehmen, denen er nun so großzügig aus der Patsche helfen muss, vergrößert sich nicht. Enthemmten Finanzmärkten wird weiterhin keine schlagkräftige Kontrollinstanz entgegengesetzt. Da bedeutet so ein schöner kleiner Verzicht viel weniger Aufwand.

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