"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Grenzgänger"

Die Nicht-Einmischung sollte ein Prinzip bleiben - für Kirche und Politik.

Wien (OTS) - D ie Kirche hält sich aus der Politik heraus, und Politiker mischen sich nicht in kirchliche Angelegenheiten ein. Dieses Prinzip im Verhältnis von Kirche und Staat wird oft nicht eingehalten - kein Wunder, schließlich sind die Grenzen fließend. Wenn sich die Kirche zu gesellschaftlichen Fragen äußert, was zu ihren Aufgaben gehört, kommt sie unweigerlich mit der Politik in Berührung. Und sie tut es legitimerweise immer wieder, ob es um Lebensschutz oder den Umgang mit Familien, Ausländern und hilflosen Menschen geht. Überschritten wird die Grenze dann, wenn von kirchlicher Seite konkrete Gesetze, etwa die Fristenlösung, infrage gestellt werden.
Auch auf der anderen Seite gibt es Grenzgänger. Wenn das BZÖ unter Federführung ihres ach so katholischen Abgeordneten Ewald Stadler die Abschaffung des zwangsweisen Kirchenbeitrages fordert, ist das zu viel der Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten. Das heißt nicht, dass niemand für Veränderungen in der Kirche eintreten darf. So etwas könnte tatsächlich Thema eines Volksbegehrens sein. Allerdings müsste das vom Volk kommen, nicht von einem Politiker. Denn aus einer kircheninternen Krise politisches Kleingeld zu schlagen, ist nicht nur unchristlich. Es ist vor allem unmoralisch.

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