Welser: Mit Staatsgarantien Liquiditätsengpässe bei Unternehmen begrenzen

Verbesserungen bei der Kurzarbeit gefordert - Auftragseinbrüche in der Industrie

Wien (PWK126) - Seine Forderung nach Staatsgarantien für Finanzierungsinstrumente der Unternehmen, wie Anleihen und Kredite, untermauerte heute, Donnerstag, der Obmann der Bundessparte Industrie, Wolfgang Welser, im Klub der Wirtschaftspublizisten. "Das ist einfach administrierbar und umsetzbar", so Welser. Dem Modell zufolge solle der Staat für Kredite in Höhe der in den vergangenen drei Jahren einbezahlten Körperschaftssteuer haften. Das Volumen worauf Welser sich bezieht, beträgt rund 16 Mrd. Euro. "Durch die Vergabe von Garantien würde der Staat leistungsfähigen Unternehmen eine wichtige und rasch notwendige Unterstützung bieten, ohne unmittelbar Zahlungen tätigen zu müssen und das bei überschaubarem Risiko", unterstrich der Industrie-Obmann. Abgewickelt werden sollen die Garantien über die austria wirtschafts service (AWS).

Zum aktuellen Thema Kurzarbeit forderte Welser Verbesserungen und mehr Flexibilität im Arbeitsrecht. Als Vorbild sei seiner Meinung nach das Deutsche Modell zu sehen. Behaltefristen und Beschäftigungsgarantien seien in der derzeitigen Situation nicht zielführen. "Denn sonst können sich unsere Betriebe die Kurzarbeit nicht leisten", so Welser. Kurzfristig müsse es darum gehen, durch Kurzarbeit der rasch wachsenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu sichern. Denn wenn qualifizierte Mitarbeiter den Betrieben erhalten bleiben, verbessere dies die Chancen der Unternehmen im nächsten Wirtschaftsaufschwung.

Insgesamt sei in Zeiten wie diesen jedenfalls eine "intelligente deficit spending"-Politik gefragt. Der Hebel für mehr Wachstum ist nach wie vor der Bereich Forschung und Entwicklung. Damit die Unternehmen - gerade in schwierigen Zeiten - komplexe Forschungsvorhaben in Angriff nehmen können, müssen sie sich auf eine stabile Förderlandschaft verlassen können, so Welser. Die Unternehmen selber seien derzeit mit starken Auftragseinbrüchen konfrontiert, sodass man vor einem kaum planbaren Jahr stehe. Teilweise seien die Betriebe mit einem Minus von bis zu 60 Prozent in den Auftragsbüchern im Vergleich zum Vorjahr konfrontiert. (US)

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