BIO AUSTRIA Aktion - Resolutionsübergabe an deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf der BioFach 2009 in Nürnberg

Appell von Bauernvertretern an Deutschland gegen Aufhebung der Gentechnik-Anbauverbote zu stimmen

Wien/Nürnberg (OTS) - In einer gemeinsamen Aktion mit Bauernvertretern aus Frankreich, Ungarn und Griechenland richtet BIO AUSTRIA heute auf der BioFach 2009 in Nürnberg einen eindringlichen Appell an Ilse Aigner, deutsche Bundesministerin für Landwirtschaft, gegen die Aufhebung der Gentechnik-Anbauverbote zu stimmen. Unter dem Transparent mit der Aufschrift "GMO-free Europe needs Germany" ("Gentechnik-freies Europa braucht Deutschland") wird Aigner eine entsprechende Resolution übergeben. Deutschland ist bei den bevorstehenden Abstimmungen im EU-Umweltministerrat das Zünglein an der Waage.

Erst unlängst hat der bayrische Umweltminister Söder das Recht auf Selbstbestimmung eingefordert und erklärt, dass Bayern Gentechnik-freie Region werden will. Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA, sieht darin einen eindeutigen Auftrag an die deutsche Landwirtschaftsministerin, auch gegen die Zwangsbeglückung Österreichs mit dieser Risikotechnologie aufzutreten. Für Vierbauch ist es inakzeptabel und auch demokratiepolitisch sehr bedenklich, wenn die Europäische Kommission offensichtlich so oft abstimmen lassen will, bis ihr das Ergebnis passt. "Bereits zum dritten Mal versucht die Europäische Kommission das österreichische Anbauverbot zu kippen. Es wird wesentlich von Deutschland abhängen, ob Österreich gezwungen wird, Gentech-Mais zuzulassen. Ich habe daher an Ilse Aigner appelliert, gegen den Vorschlag der EU-Kommission zu stimmen und deutlich gemacht, dass man sich mit einer Stimmenthaltung nicht vor der Verantwortung drücken kann."

Der Mais "MON810" ist die einzige in der EU kommerziell angebaute Gentech-Pflanze. Frankreich, Österreich, Ungarn und Griechenland haben "MON810" jedoch mit einem nationalen Verbot belegt und somit die Gentechnik-freiheit abgesichert. Die Europäische Kommission will diese Anbauverbote aufheben und lässt am 2. März über das österreichische und ungarische und ein paar Wochen später über das französische und griechische Anbauverbot im EU-Umweltministerrat abstimmen. Nur eine qualifizierte Mehrheit dagegen kann den Antrag der EU Kommission zu Fall bringen. Auf Grund der Abstimmungsmodalitäten gilt eine Enthaltung als Zustimmung.

Der Mais "MON810" ist gentechnisch so manipuliert, dass er selbst ein Insektengift produziert. Die Europäische Kommission sieht dieses Produkt als sicher an und in den nationalen Verboten einen Verstoß gegen EU-Recht. Doch immer wieder belegen neue Studien, dass hinsichtlich der Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen eine große Unsicherheit besteht. So hat etwa eine Studie im Auftrag des österreichischen Gesundheitsministeriums unter der Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Wien ergeben, dass mit Gentech-Mais gefütterte Mäuse im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die mit normalem Futter versorgt wurde, signifikant weniger Nachkommen hatten und diese ein signifikant geringeres Gewicht auf die Waage brachten.

Die BioFach, vom 19. bis 22. Februar in Nürnberg, ist die Welt-Leitmesse für die Bio-Branche. Die deutsche Bundesministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz Ilse Aigner hat die Messe heute eröffnet.

Fotos werden nach der Aktion ab 13 Uhr auf www.bio-austria.at/presse als Download zur Verfügung stehen.

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