WKO: "Mehr Durchlässigkeit bei Massageberufen"

Kritik der Bundesinnung an vida, bereits ausverhandelte Ergebnisse auf Kosten der Jugend zu blockieren

Wien (PWK125) - Die Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure übt massive Kritik an der Gesundheitsberufe-Gewerkschaft vida (insbesondere am Vorsitzenden der vida-Sektion "Soziale, Persönliche Dienste und Gesundheitsberufe" und an der vida-Bundesfach-gruppensekretärin "Wellness"): Über ein Jahr lang haben die Sozialpartner gemeinsam mit den Berufsschulen und den Lehrlingsstellen verhandelt, um sich auf eine Ausbildungsreform bei den gewerblichen Masseuren zu einigen. Jetzt liegt diese Einigung vor, wurde aber in der Ausschusssitzung des Bundes-Berufsausbildungsbeirates (BBAB) von Gewerkschaftsseite blockiert. "Diese sinnlose Blockade geht auf Kosten der Jugendlichen, denn damit schiebt man der Durchlässigkeit für gewerbliche Masseure hin zum medizinischen Masseur einen Riegel vor. Ganz davon abgesehen, dass eine breitere Qualifizierung auch eine höhere kollektivvertragliche Entlohnung mit sich bringen würde", so Bundesinnungsmeister Hermann Talowski.

Drittes Lehrjahr gefordert

Kern der Vereinbarung ist die Anhebung der Lehrzeit von derzeit zwei auf drei Jahre. In diesem dritten Lehrjahr werden den Lehrlingen jene Kenntnisse vermittelt, die sie auch zum "medizinischen Masseur" qualifizieren könnten. Derzeit ist nach absolvierter Lehre eine eingeschränkte Berufsausübung möglich, und zwar in der Prophylaxe (Vorsorge), nicht aber in der Therapie. Das dritte Lehrjahr ist somit die einzige Chance, das Defizit bei den theoretischen Inhalten zu kompensieren um dem Masseur-Nachwuchs sowohl die marktkonforme Ausübung des gewerblichen als auch des medizinischen Massageberufs zu ermöglichen. "Damit bekommen die Jugendlichen nicht nur das theoretische Wissen mit, sondern automatisch auch mehr Praxis. Und nur damit ist es möglich, dass junge und engagierte Menschen auch den Schritt hin zum medizinischen Masseur schaffen. Dass man aber dem Nachwuchs gerade in diesen Zukunftsberufen die Tür vor der Nase zuschlägt, ist nicht einzusehen", so Bundesinnungsmeister Hermann Talowski.

Auch Kosmetiker und Fußpfleger betroffen

Die Einführung eines dritten Lehrjahres betrifft auch die Ausbildung der Kosmetiker und Fußpfleger. Wie bei den Masseuren würde die Anhebung der Lehrzeit in diesen Berufen ein Plus an Qualifikation und eine höhere Kollektivvertragseinstufung mit sich bringen - unterm Strich also ein deutlicher Qualitätsschub. Auch dafür gab’s eine klare Absage seitens der Gewerkschaft vida. Dort gesteht man zwar interne "Kommunikationsschwierigkeiten" ein, legt sich aber in der Sache dennoch quer.
Der nächste Anlauf zur Genehmigung der drei - fertig ausverhandelten - Lehrberufe soll nun in der nächsten BBAB-Sitzung am 20. Februar genommen werden. (us)

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Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure
BI-Meister Hermann Talowski
Tel.: 0664/3008914
talowski@libella-cosmetic.at

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