• 19.02.2009, 12:32:01
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WKO: "Mehr Durchlässigkeit bei Massageberufen"

Kritik der Bundesinnung an vida, bereits ausverhandelte Ergebnisse auf Kosten der Jugend zu blockieren

Wien (PWK125) - Die Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und
Masseure übt massive Kritik an der Gesundheitsberufe-Gewerkschaft
vida (insbesondere am Vorsitzenden der vida-Sektion "Soziale,
Persönliche Dienste und Gesundheitsberufe" und an der
vida-Bundesfach-gruppensekretärin "Wellness"): Über ein Jahr lang
haben die Sozialpartner gemeinsam mit den Berufsschulen und den
Lehrlingsstellen verhandelt, um sich auf eine Ausbildungsreform bei
den gewerblichen Masseuren zu einigen. Jetzt liegt diese Einigung
vor, wurde aber in der Ausschusssitzung des
Bundes-Berufsausbildungsbeirates (BBAB) von Gewerkschaftsseite
blockiert. "Diese sinnlose Blockade geht auf Kosten der Jugendlichen,
denn damit schiebt man der Durchlässigkeit für gewerbliche Masseure
hin zum medizinischen Masseur einen Riegel vor. Ganz davon abgesehen,
dass eine breitere Qualifizierung auch eine höhere
kollektivvertragliche Entlohnung mit sich bringen würde", so
Bundesinnungsmeister Hermann Talowski.

Drittes Lehrjahr gefordert

Kern der Vereinbarung ist die Anhebung der Lehrzeit von derzeit
zwei auf drei Jahre. In diesem dritten Lehrjahr werden den Lehrlingen
jene Kenntnisse vermittelt, die sie auch zum "medizinischen Masseur"
qualifizieren könnten. Derzeit ist nach absolvierter Lehre eine
eingeschränkte Berufsausübung möglich, und zwar in der Prophylaxe
(Vorsorge), nicht aber in der Therapie. Das dritte Lehrjahr ist somit
die einzige Chance, das Defizit bei den theoretischen Inhalten zu
kompensieren um dem Masseur-Nachwuchs sowohl die marktkonforme
Ausübung des gewerblichen als auch des medizinischen Massageberufs zu
ermöglichen. "Damit bekommen die Jugendlichen nicht nur das
theoretische Wissen mit, sondern automatisch auch mehr Praxis. Und
nur damit ist es möglich, dass junge und engagierte Menschen auch den
Schritt hin zum medizinischen Masseur schaffen. Dass man aber dem
Nachwuchs gerade in diesen Zukunftsberufen die Tür vor der Nase
zuschlägt, ist nicht einzusehen", so Bundesinnungsmeister Hermann
Talowski.

Auch Kosmetiker und Fußpfleger betroffen

Die Einführung eines dritten Lehrjahres betrifft auch die
Ausbildung der Kosmetiker und Fußpfleger. Wie bei den Masseuren würde
die Anhebung der Lehrzeit in diesen Berufen ein Plus an Qualifikation
und eine höhere Kollektivvertragseinstufung mit sich bringen - unterm
Strich also ein deutlicher Qualitätsschub. Auch dafür gab’s eine
klare Absage seitens der Gewerkschaft vida. Dort gesteht man zwar
interne "Kommunikationsschwierigkeiten" ein, legt sich aber in der
Sache dennoch quer.
Der nächste Anlauf zur Genehmigung der drei - fertig ausverhandelten
- Lehrberufe soll nun in der nächsten BBAB-Sitzung am 20. Februar
genommen werden. (us)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure
BI-Meister Hermann Talowski
Tel.: 0664/3008914
mailto:talowski@libella-cosmetic.at

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