Mailath zieht positive Bilanz über 1 Jahr "Cash for Culture"

Initiative war voller Erfolg; Jugendliche realisierten rund 40 Kulturprojekte - ab 2010 Übernahme in die Regelförderung

Wien (OTS) - Vier Mädchen, die mit Hilfe des Geldes aus "Cash for Culture" das Stück "Das Mörderspiel" aufführen konnten, ein Mädchen, das ihr Buch zum Hörbuch weiterentwickeln kann, ein junger Hobby-Fotograf, der nicht nur ein Lomo-Projekt umsetzen, sondern darüber hinaus auch engere Kontakte zur Wiener Lomographischen Gesellschaft knüpfen konnte: Drei Beispiele von über 40 Projekten, die mit Hilfe des 2008 ins Leben gerufenen 60.000 Euro-Topfes von "Cash for Culture" realisiert werden konnten. Für Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, der am Donnerstag im Rahmen eines Mediengespräches Bilanz zog, ein "voller Erfolg". Und: "Cash for Culture" wird fortgesetzt." Ab 2010 wird das Fördersystem, welches Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren unbürokratisch Geld und Know-how zur Umsetzung künstlerischer Vorhaben zur Verfügung stellt, ins offizielle Fördersystem der Stadt übernommen. Übrigens: Heute, Donnerstag, Nachmittag können Interessierte in der "brunnen.passage" (17., Brunnengasse 71) ab 16.00 Uhr sämtliche Projekte direkt vor Ort begutachten.

Vor genau einem Jahr startete die Stadt Wien eine neue Förderschiene für Jugendliche: Unter dem Titel "Cash for Culture" erhalten junge KünstlerInnen zwischen 13 und 20 Jahren für kleine kreative Projekte unkompliziert und schnell eine Förderung von maximal 1.000 Euro. Bestehende Institutionen in den Bezirken, die im Jugendbereich oder in der Gemeinwesenarbeit aktiv sind, unterstützen bei der Abwicklung der Projekte.

Projektschwerpunkte Film und Musik

Konkret wurden von Jänner 2008 bis Februar 2009 insgesamt 39 Kulturprojekte realisiert, weitere vier sind derzeit in Fertigstellung. Die realisierten Projekte umfassen die ganze Bandbreite der kulturellen Bereiche von Literatur, Tanz, Theater über Musical, Fotografie, Bildende Kunst und Mode sowie Projekte im öffentlichen Raum. Der Schwerpunkt des Interesses der Jugendlichen lag jedoch eindeutig im Film- und Musikbereich.

Überraschend war die Tatsache, dass 2/3 der Projekte von männlichen Jugendlichen eingereicht wurden. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass das Förderinstrument vermehrt Mädchen ansprechen werde. Eine parallel laufende Evaluierung geht derzeit der Frage nach, ob die ungleiche Geschlechterverteilung zufällig ist, oder ob es geschlechtsspezifische Zugangsbarrieren gibt.

Weniger überraschend war die Tatsache, dass mehr als 60 Prozent der AntragstellerInnen über 18 Jahre alt waren. Das Förderinstrument ist gerade für die Gruppe der jungen Erwachsenen besonders geeignet, da Projekte, wie sie im Rahmen von "Cash for Culture" verwirklicht wurden, einen entscheidenden Impuls zur weiteren (Berufs-)Orientierung geben können.

Als Bestätigung kann die statistische Verteilung der Wohnbezirke der ProjektbetreiberInnen bewertet werden. Lautete doch eines der Ziele von "Cash for Culture", vermehrt Jugendliche aus den Wiener Randbezirken anzusprechen. Tatsächlich wurde die Initiative am stärksten in den Bezirken 14., 15., 16. und 22. angenommen.

"Cash for Culture" basiert an sich auf einer Projektidee aus Stockholm namens "Fast money". Neben den jeweiligen finanziellen Unterstützungen kamen noch pro Projekt durchschnittlich 30 Personalstunden in Form von Beratung und Know How dazu. Ein zusätzlicher Effekt des Projektes: Viele der Jugendlichen lernten im Zuge ihrer Projekte künstlerische, aber auch jugendspezifische Einrichtungen in ihrer Umgebung erstmals kennen.

o Infos und Anmeldungen auch unter: www.cashforculture.at

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