Lobauautobahn: ASFINAG liefert Rückzugsgefechte

Lobautunnel in den Sand gesetzt

Wien (OTS) - Als großspurig kritisiert die Umweltorganisation die Ankündigungspolitik der ASFINAG. Sprecher Wolfgang Rehm: "Da wurde im Frühjahr 2008 zweimal verkündet, dass jetzt demnächst die UVP für die S1 zwischen Schwechat und Süssenbrunn beginnen wird. Nun ist wieder ein dreiviertel Jahr vergangen und das Projekt ist noch nicht einmal eingereicht, der Zeitplan hat sich wie alle anderen vor ihm in Luft aufgelöst." Für VIRUS sind das Rückzugsgefechte für ein Milliardenprojekt, das sich in den kommenden Jahren als ebensowenig haltbar erweisen wird, wie die bisherigen Zeitpläne.

Wie die Umweltorganisation kritisiert, sei es gerade in Zeiten Wirtschaftskrise unverantwortlich, in derartiger Weise nicht vorhandene weil gepumpte Milliarden in den Sand zu setzen. "Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes Sand, denn die Mär vom dichten Untergrund in dem der Lobautunnel zu liegen kommen würde, hat sich angesichts der Ergebnisse der Baugrunderkundung schon lange als haltlos herausgestellt," so Rehm, der betont: "Bei ohnehin hinten und vorne nicht reichenden und weiter sinkenden Mauteinnahmen für ein derartiges Fass ohne Boden soviel Schulden aufzunehmen ist kommenden Generationen gegenüber unverantwortlich". Für die Umweltschutzorganisation wäre der Lobautunnel ein Lehrbeispiel wie mit maximalem Mitteleinsatz - und beträchtlichem Schadenspotenzial -möglichst wenig Nutzen zu erzielen ist. "Auf solche Experimente können wir gerne verzichten," warnt Rehm vor dieser Entwicklung.

VIRUS richtet auch einen Apell an die Stadt Wien, den absehbaren Bankrott für die Raumplanung im Nordosten der Stadt noch rechtzeitig abzuwenden. "Vielleicht sind Stadtregierung und Verwaltung nach dem Abgang des alten Stadtbaudirektors endlich vom Druck befreit, und ein ungetrübter Blick auf das kommende raumplanerische Fiasko der Lobauautobahn wird möglich," hofft Rehm. Die Stadt wäre jedenfalls gut beraten, hier die Notbremse zu ziehen, mahnt VIRUS, denn dieses Projekt würde sämtliche raumplanerischen Ziele von der "kompakten Stadt" mit Füssen treten, zielsicher wurde der 2003 in einem aufwändigen Planungsprozess am schlechtesten bewertete Korridor augewählt. "Und durch den Wegfall der gemeinsam geplanten Verbindung A22-A4 würde sich überhaupt eine Situation ergeben, die in der Raumplanung so nie berücksichtigt wurde, mit unabsehbaren zusätzlichen Folgen, das Chaos ist vorprogrammiert", so Rehm abschließend.

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