• 19.02.2009, 10:45:24
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15. Flüchtlingsball fordert Kurswechsel in der Fremdenpolitik

Situation von AsylwerberInnen in Österreich verschlechtert sich zunehmend

Wien (OTS) - Der 15. Wiener Flüchtlingsball findet am 20. Februar
2009 im Wiener Rathaus statt. Eröffnet wird der Ball von Stadträtin
Sandra Frauenberger, dem Filmemacher Arash T. Riahi und der
Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger.
Ehrenschützerin des Wiener Flüchtlingsballs ist Lotte Tobisch,
ehemalige Grand Dame des Opernballs.

Der Ball ist bereits seit Wochen ausverkauft - eine große Freude
für die VeranstalterInnen. Die Einnahmen kommen zur Gänze den
Flüchtlingsprojekten im Integrationshaus zu Gute.

Höchste Dringlichkeit für Änderungen im Asyl- und Fremdenrecht

Der Ball hat wie immer einen ernsten Hintergrund. "Wir brauchen
endlich einen Kurswechsel in der Fremdenpolitik", fordert Andrea
Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses. Das
Fremdenrechtspaket 2005 und der Asylgerichtshof wurden trotz heftiger
Kritik beschlossen und eine menschenwürdige Bleiberechtsregelung
lässt auf sich warten. "Wir sehen jeden Tag in unserer Arbeit, zu
welchen unmenschlichen Härtefällen die aktuelle Gesetzeslage führt.
Darunter leiden die Menschen, die nach Österreich kommen", berichtet
Eraslan-Weninger.

Scharfe Proteste seitens des Integrationshauses gibt es nach wie
vor gegen die Schubhaft von AsylwerberInnen und gegen die
unmenschlichen Bestimmungen in der Dublin Verordnung. Nachdrücklich
tritt das Integrationshaus für die Einrichtung eines eigenen
Staatssekretariats für Integration ein.

Forderung nach menschenrechtskonformem Bleiberecht

Das Integrationshaus macht gemeinsam mit der Plattform Bleiberecht
Druck für ein faires und menschenrechtskonformes Bleiberecht. An die
Innenministerin Maria Fekter appelliert die Plattform, die
Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen sowie die im
Begutachtungsprozess aktiven Einrichtungen zu einem strukturierten
Gespräch einzuladen. Die Organisationen können behilflich sein, ein
praxistaugliches und menschenrechtsfestes Gesetz zu erarbeiten, ist
man bei der Plattform überzeugt. Nähere Informationen dazu liegen am
Integrationshausstand am Flüchtlingsball auf.

Zugang zu Arbeitsmarkt und Bildungsmaßnahmen schaffen

"Es muss aber auch endlich eine Verbesserung des Zugangs zu Arbeit
und Bildung auch während des Asylverfahrens geben und eine Anhebung
der Richtsätze in der Grundversorgung, um der bestehenden Armut
entgegenwirken zu können", fordert Andrea Eraslan-Weninger,
Geschäftsführerin des Integrationshauses, anlässlich des
15.Flüchtlingsballs.

Flüchtlingsball 2009

Das Musikprogramm verspricht höchstes Niveau: Internationales
Highlight des 15. Wiener Flüchtlingsballs ist die serbische Romaband
KAL. Das Septett hat in den Belgrader Vorstädten zueinander gefunden
und verkörpert mit seiner Musik das neue Selbstbewusstsein der jungen
Roma Serbiens. Weitere musikalische Höhepunkte am Ball: aus Berlin
kommt Yuriy Gurzhy mit dem Russendisko Soundsystem, internationale
Musik aus Österreich spielen Vusa Mkhaya, Niftys, !DelaDap, Mnozil
Brass, Matatu, Stella Jones und Kalan, an den Turntables legen DJ Don
Ricardo und Lady Soul auf. Moderiert wird der Flüchtlingsball von
Gerald Votava; Mirjam Unger und Slavko Ninic.

Prominente Gäste sind u.a. Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer, Stadträtin Ulli Sima, Volksanwältin Terezija Stoisits,
NR-Abgeordnete Alev Korun und Maria Vassilakou.

Die Stadt Wien unterstützt die Anliegen des Flüchtlingsballs. Der
Flüchtlingsball findet alljährlich im Wiener Rathaus statt und wird
dem Integrationshaus als Veranstalter gratis zur Verfügung gestellt
wird.

Fünfzehn Flüchtlingsbälle bedeuten: Auftritte von 1 000
KünstlerInnen, einen Besuch von 50 000 Gästen, über 35 000
Arbeitsstunden von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, 2
Veranstaltungsorte (1 Mal Sophiensäle, 14 Mal Wiener Rathaus), 15
Jahre Ehrenschutz der Veranstaltung Flüchtlingsball durch Lotte
Tobisch, 2800 Tombolapreise, Speisen aus 17 Ländern, 13 Balllieder
des Integrationshausteams, einige kleinere Pannen, viele
stimmungsvolle Momente und wichtige finanzielle Hilfe für Flüchtlinge
im Integrationshaus.

Arbeitsschwerpunkte des Integrationshauses

Das Integrationshaus ist seit seiner Gründung ein vorbildhaftes
Projektzentrum für die Aufnahme und Integration von AsylwerberInnen,
Flüchtlingen und MigrantInnen - auf nationaler wie internationaler
Ebene. Aktuell gibt es im Integrationshaus eine Vielzahl von
Beratungs-, Betreuungs-, Sprach-, Bildungs-, Kultur- und
Kinderprojekten, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind ein
hochwertiges Angebot zur qualitätsvollen, mehrsprachigen Hilfe und
Selbsthilfe für Flüchtlinge und MigrantInnen.

Im Wohnheimbetrieb sind laufend 110 Personen untergebracht.
Bevorzugt aufgenommen werden besonders schutzbedürftige Personen wie
Traumatisierte, AlleinerzieherInnen und unbegleitete, minderjährige
Flüchtlinge, die durch intensivste Betreuung und eine Reihe von
innovativen Projekten unterstützt werden. Ein weiteres
Betreuungsprojekt im Integrationshaus ist das Projekt Caravan, eine
Einrichtung zur sozialpädagogischen Intensivbetreuung für derzeit
zwanzig unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Integrationshaus
gibt es auch eine ambulante Beratungsstelle für AsylwerberInnen, in
der jährlich an die 1200 Personen betreut werden. Darüber hinaus wird
unabhängige Rechtsberatung angeboten. Diese ist ausschließlich durch
Spenden finanziert, da das Innenministerium den Förderantrag dafür
abgelehnt hat. Neben der Beratung und Betreuung ist das
Integrationshaus als Bildungseinrichtung sehr aktiv, insbesondere
auch im Rahmen von europäischen Projekten. Im Jahresschnitt nützen an
die 1200 TeilnehmerInnen die Bildungsangebote im Integrationshaus.

Die Finanzierung der Projekte

Die Finanzsituation im Flüchtlingsbereich ist sehr schwierig, da
die Tagsätze in der Grundversorgung die notwendigen Kosten in der
Unterbringung und Betreuung nicht decken und für AsylwerberInnen kaum
öffentliche Mittel für Rechtsberatung und Bildung zur Verfügung
gestellt werden. Zur Finanzierung aller notwendigen Projekte im
Integrationshaus müssen für das Jahr 2009 zusätzlich zu den
öffentlichen Mitteln noch Euro 900 000,00 aus Spenden und
Veranstaltungserlösen aufgebracht werden. Dabei helfen die
BesucherInnen des Flüchtlingsballs.

Rückfragehinweis:

DSA Andrea Eraslan-Weninger, MSc
   Geschäftsführerin
   Mobil: (+43) 6991 212 35 20
   E-Mail: a.eraslan-weninger@integrationshaus.at
   Web: www.integrationshaus.at
   
   Niki Heinelt
   Ballorganisation
   Mobil: (+43) 6991 212 35 22
   E-Mail: n.heinelt@no-pr-oblem.at

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