15. Flüchtlingsball fordert Kurswechsel in der Fremdenpolitik

Situation von AsylwerberInnen in Österreich verschlechtert sich zunehmend

Wien (OTS) - Der 15. Wiener Flüchtlingsball findet am 20. Februar 2009 im Wiener Rathaus statt. Eröffnet wird der Ball von Stadträtin Sandra Frauenberger, dem Filmemacher Arash T. Riahi und der Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger. Ehrenschützerin des Wiener Flüchtlingsballs ist Lotte Tobisch, ehemalige Grand Dame des Opernballs.

Der Ball ist bereits seit Wochen ausverkauft - eine große Freude für die VeranstalterInnen. Die Einnahmen kommen zur Gänze den Flüchtlingsprojekten im Integrationshaus zu Gute.

Höchste Dringlichkeit für Änderungen im Asyl- und Fremdenrecht

Der Ball hat wie immer einen ernsten Hintergrund. "Wir brauchen endlich einen Kurswechsel in der Fremdenpolitik", fordert Andrea Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses. Das Fremdenrechtspaket 2005 und der Asylgerichtshof wurden trotz heftiger Kritik beschlossen und eine menschenwürdige Bleiberechtsregelung lässt auf sich warten. "Wir sehen jeden Tag in unserer Arbeit, zu welchen unmenschlichen Härtefällen die aktuelle Gesetzeslage führt. Darunter leiden die Menschen, die nach Österreich kommen", berichtet Eraslan-Weninger.

Scharfe Proteste seitens des Integrationshauses gibt es nach wie vor gegen die Schubhaft von AsylwerberInnen und gegen die unmenschlichen Bestimmungen in der Dublin Verordnung. Nachdrücklich tritt das Integrationshaus für die Einrichtung eines eigenen Staatssekretariats für Integration ein.

Forderung nach menschenrechtskonformem Bleiberecht

Das Integrationshaus macht gemeinsam mit der Plattform Bleiberecht Druck für ein faires und menschenrechtskonformes Bleiberecht. An die Innenministerin Maria Fekter appelliert die Plattform, die Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen sowie die im Begutachtungsprozess aktiven Einrichtungen zu einem strukturierten Gespräch einzuladen. Die Organisationen können behilflich sein, ein praxistaugliches und menschenrechtsfestes Gesetz zu erarbeiten, ist man bei der Plattform überzeugt. Nähere Informationen dazu liegen am Integrationshausstand am Flüchtlingsball auf.

Zugang zu Arbeitsmarkt und Bildungsmaßnahmen schaffen

"Es muss aber auch endlich eine Verbesserung des Zugangs zu Arbeit und Bildung auch während des Asylverfahrens geben und eine Anhebung der Richtsätze in der Grundversorgung, um der bestehenden Armut entgegenwirken zu können", fordert Andrea Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses, anlässlich des 15.Flüchtlingsballs.

Flüchtlingsball 2009

Das Musikprogramm verspricht höchstes Niveau: Internationales Highlight des 15. Wiener Flüchtlingsballs ist die serbische Romaband KAL. Das Septett hat in den Belgrader Vorstädten zueinander gefunden und verkörpert mit seiner Musik das neue Selbstbewusstsein der jungen Roma Serbiens. Weitere musikalische Höhepunkte am Ball: aus Berlin kommt Yuriy Gurzhy mit dem Russendisko Soundsystem, internationale Musik aus Österreich spielen Vusa Mkhaya, Niftys, !DelaDap, Mnozil Brass, Matatu, Stella Jones und Kalan, an den Turntables legen DJ Don Ricardo und Lady Soul auf. Moderiert wird der Flüchtlingsball von Gerald Votava; Mirjam Unger und Slavko Ninic.

Prominente Gäste sind u.a. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Stadträtin Ulli Sima, Volksanwältin Terezija Stoisits, NR-Abgeordnete Alev Korun und Maria Vassilakou.

Die Stadt Wien unterstützt die Anliegen des Flüchtlingsballs. Der Flüchtlingsball findet alljährlich im Wiener Rathaus statt und wird dem Integrationshaus als Veranstalter gratis zur Verfügung gestellt wird.

Fünfzehn Flüchtlingsbälle bedeuten: Auftritte von 1 000 KünstlerInnen, einen Besuch von 50 000 Gästen, über 35 000 Arbeitsstunden von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, 2 Veranstaltungsorte (1 Mal Sophiensäle, 14 Mal Wiener Rathaus), 15 Jahre Ehrenschutz der Veranstaltung Flüchtlingsball durch Lotte Tobisch, 2800 Tombolapreise, Speisen aus 17 Ländern, 13 Balllieder des Integrationshausteams, einige kleinere Pannen, viele stimmungsvolle Momente und wichtige finanzielle Hilfe für Flüchtlinge im Integrationshaus.

Arbeitsschwerpunkte des Integrationshauses

Das Integrationshaus ist seit seiner Gründung ein vorbildhaftes Projektzentrum für die Aufnahme und Integration von AsylwerberInnen, Flüchtlingen und MigrantInnen - auf nationaler wie internationaler Ebene. Aktuell gibt es im Integrationshaus eine Vielzahl von Beratungs-, Betreuungs-, Sprach-, Bildungs-, Kultur- und Kinderprojekten, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind ein hochwertiges Angebot zur qualitätsvollen, mehrsprachigen Hilfe und Selbsthilfe für Flüchtlinge und MigrantInnen.

Im Wohnheimbetrieb sind laufend 110 Personen untergebracht. Bevorzugt aufgenommen werden besonders schutzbedürftige Personen wie Traumatisierte, AlleinerzieherInnen und unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, die durch intensivste Betreuung und eine Reihe von innovativen Projekten unterstützt werden. Ein weiteres Betreuungsprojekt im Integrationshaus ist das Projekt Caravan, eine Einrichtung zur sozialpädagogischen Intensivbetreuung für derzeit zwanzig unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Integrationshaus gibt es auch eine ambulante Beratungsstelle für AsylwerberInnen, in der jährlich an die 1200 Personen betreut werden. Darüber hinaus wird unabhängige Rechtsberatung angeboten. Diese ist ausschließlich durch Spenden finanziert, da das Innenministerium den Förderantrag dafür abgelehnt hat. Neben der Beratung und Betreuung ist das Integrationshaus als Bildungseinrichtung sehr aktiv, insbesondere auch im Rahmen von europäischen Projekten. Im Jahresschnitt nützen an die 1200 TeilnehmerInnen die Bildungsangebote im Integrationshaus.

Die Finanzierung der Projekte

Die Finanzsituation im Flüchtlingsbereich ist sehr schwierig, da die Tagsätze in der Grundversorgung die notwendigen Kosten in der Unterbringung und Betreuung nicht decken und für AsylwerberInnen kaum öffentliche Mittel für Rechtsberatung und Bildung zur Verfügung gestellt werden. Zur Finanzierung aller notwendigen Projekte im Integrationshaus müssen für das Jahr 2009 zusätzlich zu den öffentlichen Mitteln noch Euro 900 000,00 aus Spenden und Veranstaltungserlösen aufgebracht werden. Dabei helfen die BesucherInnen des Flüchtlingsballs.

Rückfragen & Kontakt:

DSA Andrea Eraslan-Weninger, MSc
Geschäftsführerin
Mobil: (+43) 6991 212 35 20
E-Mail: a.eraslan-weninger@integrationshaus.at
Web: www.integrationshaus.at

Niki Heinelt
Ballorganisation
Mobil: (+43) 6991 212 35 22
E-Mail: n.heinelt@no-pr-oblem.at

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