Dienstzeugnisse: Negative Formulierungen sind verboten!

Linz (OTS) - Durch die steigende Zahl an Kündigungen in den heimischen Betrieben ist die AK im Moment verstärkt mit Anfragen zu Dienstzeugnissen konfrontiert. Auffallend dabei: Viele Dienstzeugnisse entsprechen nicht den gesetzlichen Vorschriften -negative oder schwammige Formulierungen behindern die Betroffenen bei der Jobsuche massiv. Die AK weist ausdrücklich darauf hin: Negative Anmerkungen in Dienstzeugnissen sind gesetzeswidrig und können eingeklagt werden.

"Der Mitarbeiter hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen." Diese Formulierung für die Leistung eines Beschäftigten bedeutet im internen Code für Dienstzeugnisse unter Personalchefs "ungenügend". Ebenso die Formulierung "Er konnte sich nach einiger Zeit in das Arbeitsteam einfügen"" Ein solches Schriftstück kann für die betroffene Arbeitnehmerin/den betroffenen Arbeitnehmer zu einer echten Hürde auf dem Weg zu einer neuen Anstellung werden.

Derartige Dienstzeugnisse müssen nicht akzeptiert werden, denn laut Gesetz darf ein Dienstzeugnis in Inhalt und Form nichts enthalten, das Arbeitnehmern/-innen das Bemühen um eine neue Stelle erschwert. Die Arbeiterkammer berät Betroffene und interveniert für sie: "Häufig genügt es, den Arbeitgeber auf benachteiligende Formulierungen im Dienstzeugnis schriftlich hinzuweisen und eine Änderung zu verlangen. In manchen Fällen müssen wir die Ausstellung eines neuen Zeugnisses aber auch vor Gericht einklagen", berichtet AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Beratungspraxis der AK-Expertinnen und -Experten zeigt auch, dass in Dienstzeugnissen am häufigsten die Beschreibung der Tätigkeit nicht korrekt und ausreichend erfolgt. Laut Gesetz ist das Unternehmen aber verpflichtet, der/dem Beschäftigten auf Verlangen ein schriftliches Zeugnis auszustellen, das zumindest das Aufgabengebiet detailliert und vollständig beschreibt.

Die Rechtsberatung der AK Oberösterreich ist erreichbar unter der Telefonnummer 050/6906-1 oder unter rechtsschutz@akooe.at . Umfassende Informationen zum Thema Dienstzeugnisse gibt es auch unter www.arbeiterkammer.com .

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