Bundesforste-Schutzwälder: Grüner Wall gegen Lawinen, Muren und Steinschlag

29% der ÖBf-Waldfläche sind Schutzwald - Sicherheit und Schutz für Siedlungen und Straßen - 83 Schutzwald-Projekte in ganz Österreich

Wien (OTS) - Im Kampf gegen Wetterextremereignisse und
Naturgefahren spielen Schutzwälder eine immer größere Rolle. "Gerade im Gebirgsland Österreich erfüllen Schutzwälder eine wichtige Funktion", erklärt Georg Erlacher, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. "Im Gebirge und an Steilhängen sichern intakte Wälder Orte und Straßen vor Lawinenabgängen und Muren. Sie vermindern Bedrohungen durch Steinschlag und Erdrutsch und verhindern Bodenerosion", so Erlacher. Häufig befinden sich so genannte Objektschutzwälder entlang von Bahnstrecken, Stromleitungen, Straßen oder Skianlagen. "Fast ein Drittel unserer Wälder sind Schutzwälder", sagt Erlacher. Von 514.000 Hektar Waldfläche entfallen 350.000 ha auf Wirtschaftswald und 147.000 ha auf Schutzwald. Damit erhalten die Bundesforste überdurchschnittlich viele Schutzwälder. "Bei den Bundesforsten beträgt der Schutzwald-Anteil 29%", erläutert Erlacher. Im Kleinwald und bei privaten Forstbetrieben liegt der Anteil bei 16%. Österreich verfügt laut Österreichischer Waldinventur über 776.000 Hektar Schutzwald, das sind rund 19% der gesamten Waldfläche.

83 Schutzwald-Projekte zum Schutz von Siedlungen und Infrastruktur

Die Bundesforste haben eine eigene Schutzwald-Strategie entwickelt, die sie in die Schutzwaldplattformen, die in den Bundesländern geschaffen wurden, einbringen. "Derzeit werden auf den Flächen der Bundesforste 83 Schutzwald-Projekte umgesetzt", so Erlacher. Der Schwerpunkt liegt im Tiroler Ober- und Unterinntal sowie in Salzburg mit zahlreichen Projekten im Pinzgau, Pongau, Flachgau-Tennengau und Lungau. "Durch die letzten Windwurfkatastrophen wurden große Teile des direkt über der Tauernautobahn liegenden Schutzwaldes zerstört", berichtet Erlacher. So auch der Bereich rund um das Nordportal des Katschbergtunnels bei der Mautstelle St. Michael, der nun wiederbewaldet und aufgeforstet wird. Auch im Felber- und Kapruner Tal im Pinzgau sind durch die großflächige Entwaldung Unterlieger - Straßen, Lifte, Öl- bzw. Stromleitungen, aber auch bäuerliche Liegenschaften - gefährdet. Ein anderes Projekt läuft im Salzburger Wallfahrtsort Maria Kirchental, wo die Besitzungen hinter der Kirche durch Lawinen und Vermurungen bedroht sind.

Mit Fichten und Lärchen gegen Lawinen und Steinschlag

Der ideale Schutzwald ist ein standorttypischer Mischwald mit unterschiedlich alten Bäumen. Während die Lärche aufgrund ihrer groben Borke vor allem gegen Steinschlag gut geeignet ist, erweisen sich Fichtenwälder wegen ihrer dichten Bestände als ideal für den Lawinenschutz. Sie verhindern Lawinenbildung bzw. fangen losgelöste Schneemassen auf. Als Flachwurzler sind die Fichten jedoch sturmanfällig, die Zirben hingegen weisen eine hohe Resistenz gegen Windwürfe auf. Lärchen, Fichten und Zirben sind für den alpinen Raum besonders geeignet, da sie bis in hohe Lagen wachsen. Im Vergleich zu technischen Verbauungen sind Schutzwälder eine weit günstigere Alternative im Einsatz gegen Naturgefahren. Die Kosten für eine Lawinenverbauung liegen ein Vielfaches über den Aufwendungen für einen naturnahen Schutzwald.

Schutzwälder nachhaltig sichern

Für den Erhalt und die Sicherung der Schutzwälder sind laufende Maßnahmen und Waldpflege erforderlich. Seit mehreren hundert Jahren schützt der Bannwald von Hallstatt die Einwohner der Marktgemeinde und die angrenzende Seelandstraße. Nach einem Hagelsturm im Vorjahr mussten in dem bis auf 1400 Meter Seehöhe reichenden Schutzwald Teile wieder aufgeforstet werden. Ebenso sind Maßnahmen gegen Schäden durch Wildverbiss und Waldweide erforderlich. "Auf den Erhalt und die Pflege unserer Schutzwälder legen wir großen Wert", meint Erlacher, "denn von der Erhaltung der Schutzfunktion hängt die Besiedelbarkeit und Verkehrssicherheit der Gebirgsregionen wesentlich ab." Bei den meisten Schutzprojekten ist Kooperation gefragt. "Wir arbeiten eng mit regionalen Partnern und dem öffentlichen Bereich zusammen", erklärt Erlacher. Neben Bund und Ländern sind die Wildbach- und Lawinenverbauung, Straßen- und Eisenbahnverwaltungen oder beteiligte Grundeigentümer wichtige Projektpartner.

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