1. Welttag für soziale Gerechtigkeit: Volkshilfe fordert Besteuerung von Vermögen

Wien (OTS) - Während immer mehr Menschen in Österreich - oft trotz Arbeit - Probleme haben, ihren täglichen Bedarf zu finanzieren, nimmt bei einigen wenigen der Reichtum zu. "Soziale Gerechtigkeit heißt für die Volkshilfe aber nicht zuletzt auch eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen.", so Volkshilfe Präsident Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer anlässlich des Welttags für soziale Gerechtigkeit, der am 20. Februar erstmalig begangen wird.

Weidenholzer weist eindringlich auf die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm in Österreich hin und fordert eine gerechte Umverteilung von oben nach unten: "Der Großteil der Steuern wird von Erwerbstätigen erbracht, während Vermögen weitgehend unbesteuert bleiben. Ein angemessener Solidarbeitrag der Wohlhabenden ist gerade auch angesichts der Finanzkrise unabdingbar, um unser Sozialsystem abzusichern", so Weidenholzer.

Die Zahl der Menschen in Österreich, die trotz Arbeit von Armut bedroht sind, ist seit 2003 um 12 Prozent auf 230.000 Menschen gestiegen. Auf der anderen Seite ist die Zahl jener, die in Haushalten mit hohem Einkommen leben, seit 2004 um 50 Prozent auf 700.000 angewachsen. Aus dem 2. Armuts- und Reichtumsbericht für Österreich und dem aktuellen Sozialbericht geht auch hervor, dass sich das Geldvermögen in zehn Jahren mehr als verdoppelt hat. Doch während die Hälfte aller Haushalte nur über 8 Prozent des gesamten Geldvermögens verfügt, hält 1 Prozent der Haushalte beinahe ein Drittel des Geldvermögens. Ungleich verteilt ist auch das Einkommen:
Einkommen im untersten Drittel sind von 1996 bis 2006 nur um 9 Prozent gestiegen, während das oberste Einkommensdrittel um 40 Prozent mehr zur Verfügung hat. Mit 1 Million leider unverändert hoch ist die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Österreich.

Steuern auf Erwerbsarbeit und Einkommensverwendung sind seit 2004 um sieben Milliarden Euro gestiegen, jene aus Vermögen und Vermögenseinkommen nur um 200 Millionen - trotz des starken Anstiegs der Vermögensmasse. Österreich ist mittlerweile das Land mit der geringsten Vermögensbesteuerung aller OECD Mitgliedsstaaten. "Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch, dass jene, die mehr haben, auch mehr beitragen müssen für den Sozialstaat und somit für den sozialen Frieden in unserem Land, von dem alle profitieren. ", bekräftigt der Präsident der Volkshilfe seine Forderungen nach einer Besteuerung von Vermögen.

Spendenkonto der Volkshilfe-Aktion "Armut tut weh." PSK 90.175.000; www.volkshilfe.at

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