"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Ablenkungsmanöver" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 18.02.2009

Wien (OTS) - Welche Promis aus Politik und Wirtschaft gehen morgen auf den Opernball? Wer bleibt demonstrativ fern? Verzichtet die SPÖ auf die Nominierung des nächsten österreichischen EU-Kommissars? Überlässt sie das Feld Ex-ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer? Welche Spitzenposten im ORF hat sie dafür eingehandelt?
Das sind die Fragen, die derzeit auf dem politischen Parkett in Wien mehr oder minder ernsthaft diskutiert werden. Der Regierung ist das offenbar nicht unangenehm. Mehr noch: Faymann & Co. heizen die diesbezüglichen Erregungen sogar noch durch gezielte Wortmeldungen an.

Sie lenken damit gezielt von den wirklich wichtigen Fragen ab. Wie kann in Österreich auch ohne internationales Hilfspaket für die Oststaaten ein Bankencrash verhindert werden? Was muss passieren, damit im Notfall Sparer und Kunden geschützt werden, ohne dass der Staatshaushalt kollabiert?
Darüber wird längst diskutiert. Um Beunruhigung zu vermeiden, kommt den Politikern jedes Ablenkungsmanöver von Medien und Opposition sehr gelegen. Verglichen mit den wahren Problemen ist es nämlich völlig egal, wer auf dem Opernball zu sehen ist und wie der nächste österreichische EU-Kommissar heißt.

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