Vorarlberg als Modellregion in der Energiepolitik

Neue Impulse durch Niedrigenergie- und Passivhäuser sowie durch Elektrofahrräder

Bregenz (VLK) - Das Land Vorarlberg setzt sowohl im Verkehr als
auch im Wohnbau weitere Impulse im Sinne einer weitsichtigen Klima-und Energiepolitik. Darüber informierten Landeshauptmann Herbert Sausgruber und die Landesräte Karlheinz Rüdisser und Erich Schwärzler heute, Dienstag, im Pressefoyer.
Im Wohnbau gewinnt das Passivhaus immer mehr an Bedeutung - ein Trend, zu dem nicht zuletzt die gemeinnützigen Bauträger maßgeblich beitragen, so LH Sausgruber. Das Energiesparpotenzial ist hoch: Ein durchschnittliches Haus im derzeitigen Vorarlberger Gebäudebestand hat einen Heizwärmebedarf von 15 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr, demgegenüber braucht ein Passivhaus nur einen Liter. Dadurch lassen sich die Jahresenergiekosten drastisch reduzieren. Selbst gegenüber einem Haus, das den hohen Standard des Baurechts (Heizwärmebedarf 5,5 Liter pro Quadratmeter und Jahr) erfüllt, kommt das Passivhaus im Betrieb um mehr als die Hälfte günstiger.

Der Anteil der Passivhäuser ist laut LR Rüdisser im Steigen. 2007 betrug der Anteil der mit Landgeld geförderten Wohnungen in Passivhausqualität 14 Prozent, 2008 waren es schon 22 Prozent. Durch bessere Förderungen sowohl im Neubau als auch in der Sanierung sowie mit einer Investitionsförderung für Lüftungen mit Wärmerückgewinnung setzt die Landeswohnbauförderung deutliche Akzente für energieeffizientes Bauen, so Rüdisser. Mit einer Passivhauskampagne des Energieinstitutes soll die Öffentlichkeit nun noch breiter über die Vorteile des Passivhauses informiert werden.

Landesrat Schwärzler verwies auf das vor einem Jahr gestartete Programm Energiezukunft Vorarlberg, dessen Ziel es ist, die Möglichkeiten einer nachhaltigen Energieversorgung auszuloten: "Wir haben die Technik, das Wissen und die Erfahrung, Gebäude so zu bauen, dass sie wenig Energie brauchen und besonders gut aus erneuerbaren Energieträgern versorgt werden können." Seit einiger Zeit besteht auch ein spezielles Beratungsangebot für Gemeinden, die Gebäude in höchstem Energiestandard neu errichten oder sanieren wollen.

Auch im Straßenverkehr werden die Bemühungen in Richtung Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger weiter verstärkt. Das laufende Pilotprojekt mit Elektromobilen (VLOTTE) wird auf den Fahrradverkehr ausgedehnt. Insgesamt sollen 500 Räder, bei denen Muskelkraft durch einen Elektroantrieb unterstützt wird, zum Einsatz kommen. Ziel ist es, diese Räder zu einem Preis unter 1.000 Euro anbieten zu können.

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