Pirklhuber: Anschlag der EU-Kommission auf Gentechnik-Anbauverbote verhindern

Grüner Appell an Bundesregierung in der heutigen Sondersitzung

Wien (OTS) - "Wir werden die heutige Sitzung zu einer Anfragenbesprechung und für einen dringenden Appell an die Minister Stöger und Berlakovich nützen, alles daran zu setzen, damit die österreichischen Anbauverbote für die Gentechnik-Maislinien MON810 (Monsanto) und für T25 (Bayer) nicht von der Kommission gekippt werden", informiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber. Am 2. März soll nämlich im EU-Umweltministerrat über die Aufhebung der österreichischen Anbauverbote entschieden werden, wobei eine qualifizierte Mehrheit gegen die Aufhebung erforderlich ist. "Die Bundesminister Stöger und Berlakovich müssen jetzt schon Kommunikationsarbeit leisten und Verbündete suchen. Auch andere Mitgliedsländer wie Ungarn, Griechenland und Frankreich haben nationale Anbauverbote für MON810 erlassen und die meisten Umweltminister stehen dem Anbau mit gutem Grund kritisch gegenüber", betont Pirklhuber.

Eine Fütterungs-Studie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel kommt zu dem Ergebnis, dass der Gentechnik-Mais MON810 signifikante Veränderungen im Immunsystems bei Mäusen bewirken kann. Die österreichischen Anbauverbote wurden wissenschaftlich damit begründet, dass klar gezeigt werden konnte, dass ein Risiko für Nicht-Zielorganismen wie z.B. Populationsdichten von Schmetterlingen in landwirtschaftlichen Ökosystemen und Maisfeldern besteht. "Viele Beispiele zeigen, dass die Risikobeurteilung der EFSA nicht ausreicht, um dem Vorsorgeprinzip gerecht zu werden. Die Auswirkungen der Gentechnikpflanzen auf die Nahrungsmittelkette für Mensch und Tier sowie auf Mikroorganismen im Boden und sonstige Ökosysteme sind in keiner Weise ausreichend untersucht", warnt Pirklhuber.
Bei der heutigen Anfragenbesprechung im Nationalrat geht es vor allem auch darum, das Manko der Risikoforschung im Bereich der Agrogentechnik zur Sprache zu bringen. Anlass für die Anfrage der Grünen war das Ergebnis einer Langzeitstudie der Veterinärmedizinischen Universität Wien und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau. Die Studie ergab, dass mit Gentechnik-Mais gefütterte Mäuse eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit haben. Im Vergleich zu Mäusen, die mit herkömmlichem Mais gefüttert wurden, gebaren die mit Gentechnik-Mais gefütterten Tiere weniger und schmächtigere Junge. Ziel der Studie war, mögliche Effekte des GVO-Maises NK603 x MON810 auf Mäuse in Langzeitfütterungsversuchen über mehrere Generationen zu untersuchen.

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