Polizeigewerkschaft: Immer mehr verletzte PolizistInnen

Gewaltbereitschaft gegen Exekutivorgane so hoch wie nie

Wien (PG/ÖGB) - Begonnen hat es auf den Fußballplätzen, eine Fortsetzung fand in der Suchtgiftszene und bei Demonstrationen statt:
Im Jahr 2008 wurden allein in Wien 303 PolizistInnen in Ausübung ihres Dienstes durch fremde Gewalteinwirkung leicht verletzt, 25 schwer. Der neue Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Hermann Greylinger: "Die Szene wird immer härter, was manchmal auch die Gangart der Exekutive beeinflusst, die Polizistinnen und Polizisten müssen auch an ihre eigene Sicherheit denken. Im Lichte dieser Entwicklung erscheinen manche Vorfälle zwar nicht als entschuldbar, aber erklärbar".++++

"Dieses Phänomen ist aber kein neues, die Entwicklung war absehbar, der Dienstgeber hat das aber ignoriert", so Greylinger. "Im Vordergrund bei allen Einsätzen muss die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen stehen", so der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft. Insbesondere bei Demonstrationen werde sehr lange der Dialog gesucht und auf Deeskalation gesetzt, obwohl schon Gegenstände aller Art in Richtung PolizistInnen fliegen. Greylinger: "Hier muss zuerst angesetzt werden, hier beginnt der Schutz für die Einsatzkräfte".

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft: "Sollte es bedauerlicherweise trotzdem zu Verletzungen von PolizistInnen kommen, müssen entsprechende Entschädigungs-Leistungen rascher und unbürokratischer bei den geschädigten PolizistInnen ankommen. Monate langes Warten ist nicht zumutbar. Es ist auch dafür Vorsorge zu treffen, wenn Bedienstete auf Grund erlittener Verletzungen bzw. Dauerfolgen nicht mehr ihren exekutiven Außendienst ausüben können".

Greylinger nimmt auch die Politik in die Pflicht und fordert eine Verbesserung des WHG (Wachebediensteten-Hilfeleistungsgesetz). Alle Polizistinnen und Polizisten müssen für ihre schwere Aufgabe einsatzmäßig trainieren. Treten dabei Verletzungen auf, haben diese aber keinen Anspruch auf Leistungen aus diesem Gesetz. Das muss unverzüglich repariert werden. "Jede verletzte Kollegin, jeder verletzte Kollege ist zuviel", so Greylinger.

ÖGB, 17. Februar 2009 Nr. 78

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