Schwentner: Frau braucht langen Atem - auch für SPÖ-Frauenpolitik

Gleichbehandlungsbericht zeigt Versäumnisse bei Gleichstellung

Wien (OTS) - "Frauenministerin Heinisch-Hosek hat Recht: Frau braucht einen frauenpolitisch langen Atem, vor allem mit der SPÖ, die in der letzten Regierungsperiode nur wenig weiter gebracht hat", so Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Gerade die Gleichbehandlungsanwaltschaften gehören seit Jahren personell und finanziell aufgestockt, das beweist auch der vorliegende Frauenbericht. Denn eine steigende Zahl an Frauen wenden sich aufgrund von Diskriminierung in der Arbeitswelt an die Gleichbehandlungsanwältinnen. Dass nur wenige Frauen selbst nach eindeutigen Gutachten der Kommission ein Verfahren auf sich nehmen, liegt nicht zuletzt an der mangelnden personellen Möglichkeit, die Frauen zu ermutigen, zu begleiten und auch daran, dass die Frauen meist weite Wege auf sich nehmen müssen. "Die Einrichtung von mehr Regionalanwaltschaften ist daher mehr als notwendig", so Schwentner.

Dass sich im öffentlichen Dienst der Frauenanteil erhöht hat, ist nicht zuletzt ein Zeichen für den positiven Effekt von verpflichtenden Quoten. Dennoch ist gerade im öffentlichen Dienst die gläserne Decke weiter vorhanden: Gerade in den höheren Etagen, auf den Sektionsebenen, ist der Frauenanteil noch erschreckend gering. "Die Quote zeigt also eine gewisse Wirkung. Daher ist es umso wichtiger, die Förderung des Anteils von Frauen in der Politik, in Aufsichtsräten und in Uni-Gremien durch verpflichtende Quoten zu beschleunigen", so Schwentner.

Heute vor 90 Jahren durften Frauen erstmals wählen und wurden erstmals gewählt. "Wir wollen nicht noch weitere 90 Jahre bis zur vollkommenen Gleichstellung warten müssen", so Schwentner. Sie kritisiert, dass alle anderen Parteien den grünen Antrag zur Förderung von Frauen in der Politik durch eine Koppelung an die Parteien- und Klubförderung bislang abgelehnt haben. Es ist also zu befürchten, dass das auch der aktuelle Antrag keine Zustimmung findet, auch von der SPÖ nicht, trotz aller Lippenbekenntnisse.

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