• 16.02.2009, 09:44:04
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Google liefert Negativbeispiel für die Digital Content Branche

Wien (OTS) - ISPA kritisiert die mögliche Wirkung des von Google
angestrebten Urheberrechtsvergleichs und tritt für einen
ausgeglichenen Urheberrechtsrahmen im digitalen Zeitalter ein.

"Das Vorgehen von Google im Zusammenhang mit Urheberrechten bei
seinem Library Project sendet ein eindeutig negatives Signal an die
Branche", befürchtet Andreas Wildberger, ISPA Generalsekretär, "denn
die nunmehr vorexerzierte Praxis des nachträglichen Sanierens von
Urheberrechtsverletzungen erschüttert das Vertrauen in ein weltweit
sehr harmonisiertes Rechtssystem und könnte zur Nachahmung
verleiten."

Die ISPA als Dachverband der österreichischen Internetwirtschaft
setzt sich dafür ein, das geltende Urheberrechtssystem schrittweise
"Internet-fit" zu machen. Dabei steht eine ausgeglichene
Ausgestaltung der rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen
Rahmenbedingungen im Vordergrund, welche die Rechte der Urheber,
Verwerter und Nutzer wahrt.

Die digitale Content-Industrie befolgt bis dato - von schwarzen
Schafen abgesehen - einen Ehrenkodex, der auf die europäische und
nationale Gesetzeslage abgestützt ist, nach der beispielsweise nie 1
zu 1 der Content von einer anderen Site übernommen wird, wenn nicht
vorher die Zustimmung des Rechteeigners eingeholt wurde. Ebenfalls
zulässig ist natürlich eine auszugsweise Zitierung mit Quellenangabe,
wie das auch in Tageszeitungen üblich ist.

Wie medial mehrfach berichtet, digitalisiert Google bereits seit
2004 die Buchbestände amerikanischer Bibliotheken. Diese werden von
Google für die Online-Nutzung bereitgehalten -- in den USA zum Teil
schon gegen Entgelt - allerdings, und das ist der Punkt, ohne die
erforderlichen Genehmigungen der Rechteinhaber einzuholen.

In dem von Google angestrebten Urheberrechtsvergleich werden
Autoren oder Verleger de-facto zu einem Austritt ("opt-out") oder
einer differenzierteren Entgegnung ("objections") gezwungen, wollen
sie verhindern, dass ihre Werke gescannt werden. Der Hauptverband des
Österreichischen Buchhandels, die IG Autorinnen und Autoren, sowie
die Literar Mechana prüfen derzeit, wie sie die Rechte
österreichischer Autoren bestmöglich wahren können und haben bereits
Handlungsempfehlungen ausgearbeitet.

"Keinesfalls", so Wildberger, "darf eine einseitige Beschneidung
der Rechte durch ein Unternehmen stattfinden, welches meint, aufgrund
seiner Marktgröße Rechteinhaber durch eine Strategie der vollendeten
Tatsachen enteignen zu können".

Über ISPA:

Die ISPA - Internet Service Providers Austria - ist der
Dachverband der österreichischen Internet Service-Anbieter und wurde
im Jahr 1997 als eingetragener Verein gegründet. Ziel des Verbandes
ist die Förderung des Internets in Österreich und die Unterstützung
der Anliegen und Interessen von rund 200 Mitgliedern gegenüber
Regierung, Behörden und anderen Institutionen, Verbänden und Gremien.
Die ISPA vertritt Mitglieder aus Bereichen wie etwa Access, Services,
Hosting und Content und fördert die Kommunikation der
Markt-Teilnehmer untereinander.

Rückfragehinweis:
Dr. Andreas Wildberger
ISPA Internet Service Providers Austria
Währingerstraße 3/18, A-1090 Wien, AUSTRIA
tel.: +43 1 409 55 76
e-mail: andreas.wildberger@ispa.at

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