Neues Volksblatt: "Pflicht" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 16. Februar 2009

Linz (OTS) - Der verpflichtende Kindergarten für alle Kinder ab drei, den die Grünen-Chefin Eva Glawischnig gestern in der Fernseh-Pressestunde gefordert hat, ist für sich allein schon eine familienpolitische Provokation. Der Tupfen auf dem I ist aber die Begründung: Der Kindergarten sei wichtig für die Förderung der Sprachkompetenz. Aus dem PolitikerInnendeutsch übersetzt heißt das nämlich: Weil es Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen gibt, müssen alle Kinder ab drei aus den Familien herausgeholt und in den Kindergarten gesteckt werden; egal, ob die Eltern und Kinder das wollen; auch dann, wenn die Kinder im Elternhaus ohnehin ordentlich Deutsch lernen.
Das heißt aber auch: Weil man sich nicht traut, ein Problem gezielt zu lösen, müssen alle dran glauben.
Ob das die neue Parteilinie ist? In Oberösterreich sind die Grünen bisher jedenfalls dafür eingetreten, dass die Eltern - und nicht der Staat - über die außerhäusliche Betreuung ihrer Kinder entscheiden. Aber vielleicht ist dieser Schwenk der grünen Frontfrau nach links, in Richtung Zwangsbeglückung statt Entscheidungsfreiheit, auch nur eine Panikreaktion auf die schlechten Umfragewerte: Die mitte und das rechte Eck sind voll, daher ab nach links! Ob dort das Heil liegt?

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