Gleitsmann: Gesundheitssystem benötigt vor allem strukturelle Reformen

"Ruf nach mehr Geld löst Probleme nicht"

Wien (OTS) - Martin Gleitsmann, Gesundheitsexperte der Wirtschaftskammer, sieht in dem in Sillian bei der Regierungsklausur beschlossenen Kassenstrukturfonds, einen guten Schritt, um einerseits die Kassen von den akutesten finanziellen Schwierigkeiten zu entlasten und andererseits von den Kassen Vorschläge für kostendämpfende Strukturreformen einzufordern. Keinen Sinn macht es, so Gleitsmann heute, Sonntag, sich bereits wenige Tage nach den Entscheidungen von Sillian, Gedanken über neue Geldflüsse zu machen. "Phantasie ist von allen Beteiligten gefordert. Von den Verantwortlichen in den Krankenkassen und auch vom Gesundheitsminister Stöger, der auf politischer Ebene die Hauptverantwortung für die längerfristige Sicherung unseres Gesundheitssystems trägt. Nur nach frischem Geld zu rufen, ist nicht gerade kreativ und löst die Probleme nicht."

Für 2009 sind zur Sicherung der Liquidität zwischen 30 und 50 Millionen Euro Überbrückungshilfe geplant. Ab 2010 wird ein Fonds mit 100 Millionen Euro eingerichtet, aus dem weitere Mittel fließen, wenn die Kassen im Gegenzug ihre Ausgaben senken. Weitere 150 Millionen Euro soll es ab 2010 für jeweils drei Jahre zum Abbau des 1,2 Milliarden Euro schweren Schuldenbergs geben.

Ziel, so Gleitsmann weiter, müsse eine Konzentration der Führung und der Steuerung im Gesundheitssystem sein. Das Regierungsprogramm biete diesbezüglich gute Ansätze, etwa die Einrichtung von Modellregionen, die es gelte rasch in Angriff zu nehmen.

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