Bischof Kapellari betont Notwendigkeit einer Position der Mitte

"Ich habe Respekt vor allen, die sich um die Kirche Sorgen machen. Aber mit mir ist kein Schritt gegen Rom und an Rom vorbei zu tun"

Rom, 10.2.09 (KAP) Die Notwendigkeit einer Position der Mitte betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari bei einem Gespräch mit österreichischen Journalisten in Rom. Er sei seit 27 Jahren Bischof und habe immer versucht, den "strapaziösen Ort in der Mitte" einzunehmen, so Kapellari. Im Hinblick auf die derzeitigen Turbulenzen in der katholischen Kirche in Österreich seien Schwierigkeiten nicht wegzureden, sondern aufzuarbeiten. Die katholische Kirche als soziologisch größte Gemeinschaft in Österreich spiegle die "kulturelle und politische Pluralität" der Gesamtgesellschaft".

Bischof Kapellari erinnerte an eine Stellungnahme, die er nach der Entstehung der Bewegung "Wir sind Kirche" abgegeben hatte; diese Stellungnahme gelte auch heute: "Ich habe Respekt vor allen, die sich um die Kirche Sorgen machen. Aber mit mir ist kein Schritt gegen Rom und an Rom vorbei zu tun". Zugleich unterstrich er die Bedeutung der "Breite" der Kirche. Das Bild von einer "Kirche der Entschlossenen", das von "rechts" wie von "links" vertreten werde, habe er nie geteilt. Die Kirche in Österreich sei keine Minderheit, sondern eine große Gruppe "mit großer Buntheit". Freilich müsse man bedenken, dass "die Breite nur breit bleibt, wenn die Tiefe stark ist". (ende) K200901474
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