Hauptverband wird bis Jahresmitte Konzept für Strukturmaßnahmen vorlegen

Verbandsvorsitzender Hans Jörg Schelling: "An einer umfassenden Gesundheitsreform führt kein Weg vorbei"

Wien (OTS) - Als einen ersten und richtigen Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Gesundheitsreform bezeichnete der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, das heute auf der Klausurtagung der Bundesregierung vorgestellte Kassensanierungspaket, bestehend aus einem mit 100 Millionen Euro dotierten neu zu schaffenden Strukturfonds und einer Finanzspritze von insgesamt 450 Millionen Euro ab 2010 für die Krankenkassen. Schelling: "Ich begrüße zwar grundsätzlich dieses heute beschlossene Finanzpaket, weil es eine finanzielle Entlastung für die besonders betroffenen Gebietskrankenkassen bringt. An weiteren und bereits eingeleiteten Reformmaßnahmen des Gesundheitssystems führt aber kein Weg vorbei". Dazu zählt der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband vor allem die Optimierung der Vernetzung von Bedarf und Angebot sowohl bei den niedergelassenen Ärzten als auch im stationären Bereich der Spitäler, das Heben von Synergiepotentialen im Bereich von Doppelbefundungen, der Verschreibe- und Zuweisungspraxis, sowie die bereits eingeleitete Analyse des Leistungs- und Honorarrechts mit dem Ziel einer Bereinigung der unterschiedlichen
Honorarordnungen in den Bundesländern.
Der Hauptverband, so Schelling weiter, hat und wird jedenfalls alle Hebel in Bewegung setzen, damit das seitens der Bundesregierung geforderte Konzept für kostendämpfende Strukturmaßnahmen bei den Krankenversicherungsträgern bis Jahresmitte vorliegt.
Was die Gründung eines neu zu schaffenden Strukturfonds betrifft, will Schelling erst die genaue gesetzliche Formulierung abwarten. Aus Sicht der Sozialversicherung kann ein solcher Fonds nur beim Hauptverband eingerichtet werden. Erstens hat der Hauptverband bereits für alle Sozialversicherungsträger die finanzielle Koordinierungsfunktion und zweitens ist ein solcher Fonds mit dem Finanzausgleichsfonds der Gebietskrankenkassen zum
Strukturausgleich ja bereits im Hauptverband eingerichtet. Schelling:
"Der Aufbau einer Parallelstruktur würde daher nicht nur wenig Sinn machen, sondern zusätzlich noch Verwaltungskosten herbeiführen". Außerdem sind die Vertreter von Finanz-,
Gesundheits- und Sozialministerium durch die Entsendung von Aufsichtskommissären bei allen Beschlüssen eingebunden bzw. können jederzeit Einspruch erheben. "Erst heute hat die Trägerkonferenz im Hauptverband die Budgets für 2009 von insgesamt vier Fonds genehmigt", so Schelling abschließend.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge.
Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
http://www.sozialversicherung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHS0001