Harsche Kritik der Umweltorganisationen an Ministerrats-Beschluss: Spenden-Gesetz gegen Österreichs Spender/innen!

Wien (OTS) - Harsche Kritik üben Österreichs drei größte Umweltschutzorganisationen WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 am heutigen Ministerrats-Beschluss über das äußerst umstrittene Gesetz zur Spendenabsetzbarkeit.

Die geplante Regelung sei - trotz heftiger und breiter Kritik im Rahmen des Begutachtungsverfahrens - um nichts besser oder gar gerechter geworden. Auch weiterhin würden weite Bereiche der Zivilgesellschaft in Österreich aus dem "begünstigten Bezieherkreis" ausgeschlossen bleiben, so die Umweltorganisationen. Deshalb starten WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 nun die Initiative "Spendengerechtigkeit" und rufen alle Spenderinnen und Spender dazu auf, sich dieser Aktion anzuschließen.

"Vizekanzler Pröll scheint fest entschlossen zu sein, sich bei seinen größten Kritikern auf diese kurzsichtige und billige Weise rächen zu wollen. Tatsächlich blamiert er damit aber 'nur' Österreich vor der gesamten Welt", kritisiert Greenpeace-Kampagnenleiter Steffen Nichtenberger den Finanzminister. Inzwischen sorgt das sture Vorgehen des früheren Umweltministers Pröll nämlich bereits für Kopfschütteln bei zahlreichen internationalen Hilfsorganisationen.

WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger protestiert zudem gegen die Diffamierung engagierter Umweltschutzorganisationen als "Aktivisten und Demonstranten": "Das ist nicht nur eine Herabwürdigung unserer Arbeit, sondern auch aller Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Umwelt- und Naturschutz sorgen. Wenn eine karitative Einrichtung einen Brunnen für die Menschen baut, können Spenden dafür sehr wohl von der Steuer abgesetzt werden. Macht eine Umweltschutzorganisation das Gleiche, dann jedoch nicht. Und das ist für die Unterstützer unserer Arbeit ganz sicher nicht nachvollziehbar."

Die Kritik richtet sich aber auch gegen bürokratische Hürden: Wer seine Spende absetzen will, soll den Behörden in Hinkunft seine Sozialversicherungsnummer bekannt geben. So kann aber das Engagement von Menschen ausgeforscht werden. Auch soll diese abstruse Regelung nur im Rahmen des neuen Gesetzes Gültigkeit erlangen. Spenden an Forschungseinrichtungen können dagegen wie bisher direkt über den Steuerausgleich abgesetzt werden - ganz ohne Bekanntgabe der Sozialversicherungsnummer. "Wir fordern Vizekanzler Pröll dazu auf, diese gleichheitswidrige Regelung möglichst rasch fallen zu lassen", sagt Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000.

Mit diesem neuen Gesetz, das bereits im März parlamentarisch abgesegnet werden soll, macht sich Österreich einmal mehr zum EU-Schlusslicht. Daher rufen der WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 all ihre heimischen Unterstützer dazu auf, gemeinsam für mehr Spendengerechtigkeit in Österreich zu kämpfen.

Rückfragen & Kontakt:

www.spendengerechtigkeit.at
MMag. Franko Petri, WWF Austria; Tel.: 0676-83488231
Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer GLOBAL 2000;
Tel: 0699-14200032
Steffen Nichtenberger, Kampagnenleiter Greenpeace CEE;
Tel. 0664-6126703

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