Privatschulen: Teuer und doch für viele die einzige Wahl

AKNÖ-Haneder: In manchen nö. Regionen gibt es nicht genug öffentliche höhere Schulen

Wien (OTS) - Die Schulanmeldung in Niederösterreich hat gerade begonnen. Auch heuer werden wieder 8 Prozent der SchülerInnen in einer Privatschule angemeldet. In den höheren Schulen ist es sogar jede/r Fünfte. Viele niederösterreichische Kinder und Eltern haben aber oft keine Wahl. In ihren Regionen gibt es nicht genug öffentliche höhere Schulen.

Eltern wollen ihre Kinder auf sogenannte gute Schulen schicken und wählen daher oftmals Privatschulen aus. Gründe gibt es verschiedenste, meist ist es der Wunsch nach einer besseren Ausbildung. "Viele Eltern erhoffen sich von den Privatschulen eine bessere Betreuung und Unterrichtsqualität. Dafür fehlen aber die wissenschaftlichen Belege", sagt AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner. In manchen Regionen ist die Entscheidung jedoch vorgegeben. Im Bezirk Melk etwa gibt es keine einzige öffentliche höhere Schule. Die Kinder müssen lange Schulwege in andere Bezirke auf sich nehmen -oder auf eine Privatschule im Bezirk gehen. Meist entscheiden sich die Eltern für die zweite Variante. Mehr als 2.000 Schüler im Bezirk besuchen Privatschulen. Das Mostviertel ist generell unterversorgt mit öffentlichen höheren Schulen: Jeder dritte Oberstufenschüler geht dort in eine Privatschule. Im Zentralraum ist es nicht einmal jeder fünfte, im Weinviertel gar nur jeder zehnte. "Die Betroffenen haben oft keine Wahl ", kritisiert AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder und fordert, "der Zugang zu öffentlicher Bildung muss sicher gestellt werden."

Teure Privatschulen nicht für alle leistbar Privatschulen kommen teuer. 960 Euro kostet das durchschnittliche Schulgeld pro Jahr an höheren Privatschulen in NÖ. Die Preisschwankungen sind enorm. Bei HTLs etwa zahlt man mehr, bis zu 1.700 Euro. Dort schlagen hohe Kosten für Labors und Ausrüstung zu Buche. Insgesamt zahlen Eltern in NÖ 12 Millionen Euro an Schulgeld für höhere und mittlere Schulen pro Jahr. Private Volks- und Hauptschulen sind nicht mitgerechnet. Oft kommen zum Schulgeld zusätzliche Kosten wie für Wandertage, Exkursionen, für Materialien oder Computerbenützung. AKNÖ-Bildungsexperte Kastner rät, sich vor Schulbeginn genau zu informieren, um Überraschungen zu vermeiden: "Einmalige Einschreibgebühren sind beinahe die Regel."

Die hohen Kosten von Privatschulen schließen Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten in vielen Fällen von vornherein von höherer Bildung aus. Auch die Fördermöglichkeiten müssten ausgebaut werden, fordert Haneder. Staatliche Schulbeihilfe gibt es ab der 10. Schulstufe, die NÖ Schülerbeihilfe für die 5. bis zur 9. Schulstufe. Haupt- und SonderschülerInnen sind gegenüber GymnasiastInnen jedoch benachteiligt. "Die Einkommensgrenzen sind so niedrig angesetzt, dass zu wenige die Förderungen in Anspruch nehmen können. Damit mehr Familie die Förderungen bekommen, müssen die Einkommensgrenzen eindeutig nach oben angehoben werden", fordert Haneder.

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