Stellungnahme der IG-Milch anlässlich der Marketing-Initiative für "A faire Milch"

Heftige Reaktionen und Falschmeldungen von Agrarlandesrat, Landwirtschaftskammer und Bauernbund

Wien (OTS) - Empfindlich und massiv reagiert die ÖVP Agrarpolitik auf die Initiative von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) bezüglich der Marketingunterstützung für "A faire Milch". Dabei kommt klar und deutlich zum Vorschein, dass diese Initiative bisher von der Agrarpolitik ignoriert wurde und auch nicht in der Substanz verstanden wurde. Die Aussage von Landesrat Eisl und Kammerpräsident Eßl, dass hier mit Salzburger Steuergeld eine oberösterreichische Molkerei unterstützt werde, ist schlichtweg falsch. Die 10 Cent netto, die pro Milchpackung "A faire Milch" direkt zu den Milchbäuerinnen und -bauern fließen, geht nie den Weg über die Molkerei, sondern über ein Treuhandkonto, das einmal im Jahr an die Vertragspartner der "fairen Milch" ausbezahlt wird.
Dabei verpflichten sich die MilcherzeugerInnen, die Quote nicht zu überliefern, gentechnikfrei zu füttern und sich beim Marketing für "A faire Milch" zu engagieren. So konnten in den letzten Jahren mehrere hunderttausend Euro direkt an die Milchbäuerinnen und -bauern ausbezahlt werden, wovon überproportional viele im Milchland Salzburg Anteil nehmen. Somit ist jede Marketing-Unterstützung für den Produktionsstandort Salzburg gut investiert.

Bei Einführung der Marke "A faire Milch" im Juli 2006 wurden alle agrarischen Interessensvertretungen und Marketingorganisationen ersucht, diese Initiative zu unterstützen. Auf unser Ersuchen bekamen wir ausschließlich ablehnende oder keine Antworten. Es war uns auch bisher nicht möglich, bei offiziellen Veranstaltungen der Molkereiwirtschaft oder der Landwirtschaftskammer dieses Projekt im Detail vorzustellen. Dass nun die Landeshauptfrau Gabi Burgstaller die Initiative ergreift, ist für uns kein Wahlkampf-Gag, sondern eine direkte Konsequenz ihrer Teilnahme an der IG-Milch Jahreshauptversammlung in Eugendorf. Hier wurde vor mehr als tausend Bäuerinnen und Bauern sichtbar, wie trostlos die Einkommenssituation der Milcherzeuger durch falsche politische Beschlüsse und eine unsachlich geführte Teuerungsdiskussion ist.

Angesichts der dramatischen Entwicklung am europäischen Milchmarkt, die die Existenzgrundlage tausender Milchbäuerinnen und Milchbauern in Österreich zu zerstören droht, wäre massiver Handlungsbedarf seitens der gesetzlichen und politischen Agrarvertretung gegeben.
Bedauerlicherweise führt stattdessen die Salzburger Agrarpolitik mit großem Getöse das Hick-hack um parteipolitisches Kleingeld fort und will so von schweren eigenen Fehlern ablenken.

Wir fordern die Salzburger Agrarpolitik auf, keine Zeit mehr mit Polemik zu vergeuden und sich für eine rasche Rücknahme falscher politischer Beschlüsse einzusetzen.

Rückfragen & Kontakt:

Ewald Grünzweil (Obmann IG-Milch), Mobil:0664 2023869
Ernst Halbmayr (Projektleiter "A faire Milch"), Mobil: 0664 9249635
Engelbert Neubauer (Vertreter IG-Milch Salzburg) 0664 5851372

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