Falter: Bundespräsident stellt sich in de ORF-Debatte hinter die Sendeanstalt

"Ich will einmal auch ein positives Wort über den ORF sagen"

Wien (OTS) - In der politischen Auseinandersetzung um den ORF
stellt sich Bundespräsident Heinz Fischer im Gespräch mit dem Falter, der am Mittwoch erscheint, auf die Seite des ORF. "Ich benutze gerne die Gelegenheit, um zu sagen, dass es nach meiner Beobachtung im ORF sehr viele tüchtige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, engagierte Journalisten und Journalistinnen gibt, die gute Arbeit leisten und mit Verantwortungsbewusstsein daran arbeiten, ihrem Auftrag in einer pluralistischen Gesellschaft gerecht zu werden. Alles kann man besser machen, aber ich will einmal auch ein positives Wort über den ORF sagen."

Das steht im Gegensatz zu Aussagen Bundeskanzler Werner Faymanns (SPÖ), Medienstaatssekretärs Josef Ostermayers (SPÖ) oder Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), die zuletzt eine Ablöse des ORF-Managements gefordert haben.

Gleichzeitig wünscht sich Fischer mehr Gelassenheit der Medien im Umgang mit der Koalition. "Viele Medien nehmen jede kleine Auseinandersetzung sofort als Streit und schweren Konflikt wahr und wenn sich die Regierung bemüht, Streit zu vermeiden, wird es als Kuschelei beschrieben." Es werde "schon noch den einen oder anderen Konflikt geben."

Zur Frage, ob das Porträt Engelbert Dollfuß im ÖVP-Parlamentsklub seine Berechtigung habe (am 12. Februar jährt sich der Bürgerkrieg zum 75 mal), meint Fischer: "Wenn der Parteivorsitzende der ÖVP dem Dollfuß-Porträt eine mahnende Erklärung hinzufügen will, die dem Gesamtzusammenhang gerecht wird, kann das ein richtiger Schritt sein."

Würde man ihn as Silberrücken bezeichnen, wäre Fischer übrigens nicht beleidigt. "Das sind Alphatiere im fortgeschrittenen Alter." Er würde "nur ein Kompliment dahinter vermuten könnte."

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