ETSC: Kinderunfälle im EU-Straßenverkehr stark zurückgegangen

Portugal konnte in den letzten zehn Jahren den massivsten Rückgang verzeichnen. In Schweden leben Kinder am sichersten.

Wien (OTS) - Seit 1998 wurden in den 27 EU-Staaten rund 18.500 Kinder im Straßenverkehr getötet. Alleine im Jahr 2007 wurden mehr als 1.200 Familien durch den Verlust eines Kindes bei einem Verkehrsunfall zerrissen. Hätten alle EU-Länder bereits das schwedische Sicherheitsniveau erreicht, wären es "nur" 600. Verkehrsunfälle sind auch die häufigste Ursache für Behinderungen von Kindern, die einen langfristigen Einfluss auf ihr physisches und psychisches Wachstum haben. Aber es gibt auch Positives zu berichten:
Wie das European Transport Safety Council (ETSC) bekannt gibt, hat sich die Situation von Kindern im Straßenverkehr in Europa in den letzten zehn Jahren beträchtlich verbessert.

Zahl der getöteten Kinder sinkt in Portugal am schnellsten

Mit einem jährlichen durchschnittlichen Minus von 15 Prozent bei der Zahl der getöteten Kinder konnte Portugal in der letzten Dekade den massivsten Rückgang bei der Kindersterblichkeit im Straßenverkehr verzeichnen. Frankreich, Slowenien, die Schweiz, Irland und Belgien liegen mit jährlichen Rückgängen von rund zehn Prozent ebenfalls im Spitzenfeld. Besser als der EU27-Durchschnitt von 6,9 Prozent liegen Litauen, Schweden, Deutschland, Norwegen, die Slowakei, Finnland, Dänemark und die Niederlande. Österreich liegt mit einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang der Getötetenrate von 6,44 Prozent im hinteren Mittelfeld. "Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass wir vor zehn Jahren noch 37 getötete Kinder im Straßenverkehr beklagen mussten, im Jahr 2008 waren es nach den vorläufigen Zahlen des BMI elf Kinder, die ihr Leben verloren haben", fügt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) hinzu. "Das relativiert den Vergleich mit Ländern, die ihre Rückgänge von wesentlich höheren Ausgangszahlen verzeichnen - in Portugal, das bei den Reduktionen am besten abgeschnitten hat, kamen vor zehn Jahren 127 Kinder ums Leben, 2007 waren es 27." Am wenigsten Veränderung zeigte sich mit einem durchschnittlichen jährlichen Minus von fünf Prozent in Bulgarien, Ungarn, Italien, Tschechien, Griechenland und Rumänien. Über die gesamte EU gesehen ist in den letzten zehn Jahren die Reduktion der Zahl der Verkehrstoten unter Kindern höher gewesen als in anderen Bevölkerungsgruppen. Während der durchschnittliche jährliche Rückgang bei der Kindersterblichkeit im Straßenverkehr sieben Prozent betrug, waren es bei den restlichen Altersgruppen nur rund vier Prozent. Ein umgekehrtes Verhältnis zeigt sich nur in Italien, Griechenland und Ungarn.

Schweden ist für Kinder am sichersten

Bezieht man die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder auf die Einwohnerzahl, so ist Schweden das sicherste Land (8 getötete Kinder/1 Mio. Kinder in Schweden). Am gefährlichsten ist es hingegen für die Kinder in Litauen: Dort sterben pro einer Million Kinder 57 kleine Verkehrsteilnehmer. Österreich liegt bei diesem Vergleich im EU-Durchschnitt (16 getötete Kinder/1 Mio. Kinder).

Was kann noch getan werden?

Nach Ansicht des ETSC ist der transeuropäische Rückgang nicht nur durch verbesserte Sicherheitsmaßnahmen zustande gekommen. Kinder sind heute generell einem geringeren Risiko ausgesetzt, weil sie zur Schule gefahren werden und immer weniger draußen auf den Straßen spielen. Das Gehen und Radfahren sollte also eigentlich sogar "beworben" werden - natürlich unter dem Aspekt der Sicherheit. Dazu gehört eine Straßengestaltung, die den Fähigkeiten und Einschränkungen von Kindern entgegen kommt, 30er-Zonen in Wohn- und Schulgegenden und eine kontinuierliche Bewusstseinsbildung zur Verwendung von Kindersicherungseinrichtungen im Pkw und Radhelmen.

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