Bis zu 4.000 Euro Erleichterung in schwieriger finanzieller Situation

AKNÖ-Haneder fordert Hilfspaket für private KreditnehmerInnen

Wien (AKNÖ) - 1.700 ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich sind in Kurzarbeit oder könnten demnächst in Kurzarbeit gehen, 53.400 NiederösterreicherInnen suchen Arbeit. Tausende haben Kredite etwa für die Wohnung oder ihr Haus abzubezahlen. "Es ist klar, dass das in so einer Situation eine gewaltige, vielleicht sogar eine unbewältigbare, Belastung ist", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder. "Wenn es für Firmen Milliarden gibt, muss auch ein Entlastungspaket für private KreditnehmerInnen, die von der Krise betroffen sind, möglich sein".

Mit durchschnittlich etwa 760 Euro im Monat müssen die 53.400 arbeitslosen NiederösterreicherInnen auskommen. "Da wird es finanziell sehr schnell eng, auch wenn in den meisten Fällen PartnerInnen da sind, die noch Arbeit haben", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder. "Das gilt besonders, wenn Kredite abzubezahlen sind". Am härtesten trifft es das Drittel der Arbeitslosen, wo es kein Partnereinkommen gibt, wie bei AlleinerzieherInnen, oder wo dieses zu niedrig ist, um die Betroffenen über der Armutsgrenze zu halten. "Da muss man dringend etwas tun", fordert Haneder. Etwas besser geht es den niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen in Kurzarbeit. "Auch hier gibt es spürbare Einbußen, die es schwierig machen, laufenden Verpflichtungen nachzukommen".

Haneder tritt für ein Entlastungspaket für private KreditnehmerInnen ein, die von der Krise betroffen sind. "Unsere ExpertInnen haben mehrere Modelle ausgearbeitet, je nach Kreditart". AKNÖ-Konsumentenschützer und Finanzexperte Manfred Neubauer ergänzt:
"Bei einem Euro-Kredit treten wir für ein mehrstufiges Modell ein: 6 Monate zinsfreie Stundung bei den Rückzahlungen, 6 Monate Zinsfreistellung und 6 Monate lang keinen Gewinnaufschlag der Bank". Ein ähnliches Modell gibt es bei Fremdwährungskrediten: "Hier fordern wir, dass die Betroffenen ein Jahr lang keine Zinsen zahlen und die nächsten sechs Monate vom Gewinnaufschlag befreit sind".

Die Erleichterungen wären beträchtlich. "Wenn wir von einem durchschnittlichen Kredit von etwa 150.000 Euro pro Haushalt ausgehen und von den derzeitigen Zinsen, würde das eine Erleichterung von etwa 4.000 Euro bringen", rechnet Neubauer vor. "Das sind Beträge, die Menschen ohne Arbeit oder ArbeitnehmerInnen in Kurzarbeit gerade jetzt dringend brauchen", sagt Haneder.

Vor allem Banken mit Staatshilfe in die Pflicht nehmen

"Es ist an der Tagesordnung, dass Kredite für Unternehmen gefordert werden, dass Banken gestützt werden, dass der Staat Haftungen übernimmt und so weiter. Das sind Milliarden-Konjunkturpakete, die jetzt geschnürt wurden. Da ist es nicht zu viel verlangt, dass es auch ein Hilfspaket für ArbeitnehmerInnen geschnürt wird".

Haneder tritt dafür ein, vor allem die Banken in die Pflicht zu nehmen, die das staatliche Hilfspaket in Anspruch nehmen. "Angesichts der Milliarden, die hier geflossen sind oder noch fließen werden, sind das Beträge, die für die Institute nicht existenzbedrohend sind". Grundsätzlich sollte das Paket aber für alle Kreditinstitute gelten, fordert der AKNÖ-Vizepräsident.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ-Konsumentenschutz
Manfred Neubauer
01/58883 - 1335
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf:
noe.arbeiterkammer.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001