"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Letztklassiger Angriff auf Tirol" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 5. Februar 2009

Innsbruck (OTS) - Die Lage bei der AUA ist hochdramatisch: Greifen die Pläne der neuen Führung nicht, mindestens 225 Mio. Euro einzusparen, dann droht die Bruchlandung vor dem Konkursrichter -trotz des Vertrags mit der Lufthansa. Ebenfalls vorprogrammiert wäre eine Pleite bei einer Ablehnung der 500-Millionen-Spritze des Staates.
Der kürzlich abgelöste AUA-Boss Alfred Ötsch hatte die frühere Staats-Airline vor wenigen Monaten noch für saniert erklärt. Jetzt steht das Wasser bis zum Hals, nur schmerzhafte Einschnitte können das Überleben sichern. Bei Tyrolean sind Geschäftsführung und auch Betriebsrat bereit, einen Beitrag zu leisten. Dass von der Wiener Personalvertretung heftig am Standort Innsbruck und damit hunderten Jobs gerüttelt wird, ist nur noch letztklassig.
In der AUA sind im unsäglichen Zusammenspiel von Gewerkschaft, wenig durchschlagskräftigen Vorständen und der Politik unzählige Fehler passiert. Nun dafür mit Tyrolean ausgerechnet den bei Weitem kostengünstigsten und effizientesten Unternehmensteil bluten lassen zu wollen, ist unerhört. Tyrolean war die Cashcow bei der AUA, ehe sie scheibchenweise demontiert wurde. Der Name wurde gestrichen, das Unternehmen zur verlängerten Werkbank degradiert: Die AUA kassiert die Einnahmen und überweist nur Abgeltungen für Flüge.
In Wien denken offenbar einige daran, vor dem Lufthansa-Einstieg noch schnell Fakten zu schaffen. Tirol muss alles an politischem Gewicht aufbringen, um diesen, auch wirtschaftlichen, Irrsinn zu verhindern.

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