Scheele: Weibliche Genitalverstümmelung darf nicht toleriert werden

Auch in Österreich leben an die 8.000 Opfer

St. Pölten (SPI) - "Wir müssen uns dessen bewusst werden, dass weibliche Genitalverstümmelung nicht irgendwo, weit weg von uns passiert, sondern auch vor unserer Haustür! Schätzungen zu Folge leben in Österreich an die 8.000 Opfer dieser grausamen Verstümmelung", machte LRin Mag. Karin Scheele anlässlich eines Aktionstages der Sozialistischen Jugend in St. Pölten aufmerksam. Eine Studie bei österreichischen GynäkologInnen und in Krankenanstalten brachte erschreckende Ergebnisse. 14 Prozent der befragten niedergelassenen FrauenärztInnen haben bereits ein- oder mehrmals eine genitalverstümmelte Frau oder ein genitalverstümmeltes Mädchen behandelt, je zwei ÄrtztInnen in Wien und der Steiermark wurden schon gefragt, ob sie eine solche Genitalverstümmelung an einem Mächen vornehmen würden. Vier GynäkologInnen sagten, von einer solchen Verstümmelung in Österreich gehört zu haben. Auch 16 Prozent der Krankenanstalten gaben an, bereits Patientinnen behandelt zu haben, die Opfer einer Genitalverstümmelung waren.****

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden den Mädchen oder jungen Frauen je nach Art der Verstümmelung Teile der äußeren Genitalien abgeschnitten. Die Folgen sind dramatisch, die verstümmelten Frauen und Mädchen leiden unter enormen Schmerzen, Menstruationsbeschwerden, Infektionen bis hin zum Tod, Inkontinenz, Unfruchtbarkeit und massive Komplikationen bei der Geburt. "Die Qualen, die die Mädchen nicht nur während und nach der Verstümmelung, sondern ihr ganzes Leben erleiden müssen, sind unsäglich! Weltweit sind Schätzungen zu Folge bis zu 130 Millionen Frauen betroffen", führt LRin Scheele aus.

"Die weibliche Genitalverstümmelung ist keine Tradition, sondern eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein nach österreichischem Strafrecht strafbarer Tatbestand. Seit 2001 ist im österreichischen Recht außerdem verankert, dass zu dieser schweren Verstümmelung auch nicht das Einverständnis des Opfers erklärt werden kann. Daher ist es wichtig, vor dem Problem nicht die Augen zu verschließen, sondern ganz im Gegenteil ein stärkeres Bewusstsein dafür zu entwickeln und entschieden gegen diese entsetzliche Grausamkeit aufzutreten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass in Österreich ÄrztInnen und medizinisches Personal entsprechend geschult werden, um den betroffenen Frauen und Mädchen die bestmögliche Hilfe bieten zu können", fordert LRin Mag. Scheele abschließend.
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