Prammer zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung NR-Präsidentin: Eine der grausamsten Arten von Gewalt gegen Frauen

Wien (PK) - "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine der grausamsten Arten von Gewalt gegen Frauen", stellt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer fest. Anlass dazu ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM - female genital mutilation), der am 6. Februar begangen wird.

Mehr als 155 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an den Folgen dieses Rituals, skizziert Prammer die Dimension des Themas. Weltweit werden jährlich zwischen 2 und drei Millionen Mädchen auf diese Weise verstümmelt, vor allem in weiten Teilen Afrikas, aber auch in vielen asiatischen Ländern und zunehmend auch in Europa. In Österreich sollen Schätzungen zufolge an die 6.000 Betroffene leben.

Der Kampf gegen diese Form von körperlicher und psychischer Misshandlung müsse an verschiedenen Stellen ansetzen, betonte Prammer. Strafdrohungen reichten nicht aus. Es müsse vor allem auch Informations- und Bildungsarbeit geleistet werden, um dieser "entsetzlichen Tortur" Einhalt zu gebieten. Auch wenn in Österreich bereits viel Aufklärungsarbeit erfolgt sei, dürfe die Sensibilisierung für dieses Problem keinesfalls aufhören, betonte Prammer.

Die Nationalratspräsidentin verwies auf den im November 2008 präsentierten österreichischen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung. Der Plan soll zwischen 2009 und 2011 umgesetzt werden. Er sieht unter anderem vor, die Aufklärungsarbeit an Schulen und die Bewusstseinsbildung zu intensivieren und die Beratung von Opfern zu forcieren. Über umfassende Informationsarbeit soll verstärkt bewusst gemacht werden, dass weibliche Genitalverstümmelung nach dem Sicherheitspolizeigesetz als "gefährlicher Angriff" gilt und zivilrechtliche Schadenersatzklagen gegen die Eltern möglich sind. (Schluss)

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