Grüne Wien: Historischer Landschaftsgarten im Liesinger Schlosspark vor dem Aus

Irsa: 2000 Unterschriften besorgter BürgerInnen ignoriert

Wien (OTS) - Mit großer Empörung reagieren die Grünen Liesing auf den Beginn der massiven Baumschlägerungen im Liesinger Schlosspark. "Hier wird ein über hundert Jahre altes Juwel im Herzen Liesings mutwillig für immer zerstört. Der Liesinger Schlosspark samt denkmalgeschützdem Schloss ist der historisch und ökologisch wertvollste Landschaftsgarten im Zentrum Liesings", zeigt sich Georg Irsa, Bezirkssprecher und Klubobmann der Grünen Liesing entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung. 2.000 Unterschriften besorgter BürgerInnen für den Erhalt des Liesinger Schlossparks wurden von der Wiener Stadtregierung und Bezirksvorstehung ignoriert.

In der Kernzone des Areals soll auf 10.000m2 ein neues Geriatriezentrum mit über 340 Betten gebaut werden. "Prinzipiell haben wir einen Neubau immer befürwortet, da die Bedingungen im alten Pflegeheim nicht mehr zeitgemäß sind. Entschiedene Ablehnung gab es von unserer Seite aber immer für den Neubau mitten im Schlosspark und den erneuten Bau eines zu großen Pflegeheims", so Irsa.

"Die pflegebedürftigen Menschen unserer Stadt müssen die beste medizinische und pflegerische Versorgung bekommen. Deshalb haben wir die Verantwortlichen wiederholt aufgefordert, Alternativstandorte für kleinere, zeitgemäße Pflegeheime in zentraler Lage in Liesing zu suchen", sagt Irsa und verweist darauf, dass sich nur wenige Meter vom Schlosspark entfernt auf den Brauereigründen die derzeit größte Baustelle Liesings befindet. Dort werden hunderte Wohnungen und ein großes Einkaufszentrum errichtet. "Wären Umweltschutz und Naturschutz der SPÖ in dieser Stadt ein echtes Anliegen, hätte man dort problemlos ein neues, modernes Pflegeheim errichten können", ärgert sich Irsa über den Unwillen der Wiener Stadtregierung, eine gemeinsame Lösung zu finden. "Nun werden mit den massiven Baumrodungen vollendete Tatsachen geschaffen. Dieser Termin wurde absichtlich in die Haupturlaubszeit gelegt, um Proteste zu verhindern."

Aufklärung verlangen die Grünen auch über die Präsenz von Beamten der Staatspolizei (Landesamt für Verfassungsschutz) in Zivil bei der gestrigen behördlichen genehmigten "Mahnwache zur Rettung des Liesinger Schlossparks". "Es ist unerträglich, dass BürgerInnen dieser Stadt bei der friedvollen Ausübung ihrer demokratischen Grundrechte auf politisch motivierte Weisung hin ausspioniert werden", sagt Irsa. Die Grünen kündigen die Fortsetzung gemeinsamer Protestaktionen mit den BürgerInneninitiativen vor Ort an.

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