Internationaler Tag "Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung" am 6. Februar 2009

Wien (OTS) - - Menschen für Menschen kämpft seit zehn Jahren gegen die Verstümmelung von Mädchen

- Die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung und anderer schädlicher Traditionen ist eines der wichtigsten Ziele von Menschen für Menschen in Äthiopien.

Jährlich werden weltweit rund drei Millionen Mädchen durch die Beschneidung der weiblichen Geschlechtsteile verstümmelt. In Äthiopien sind laut WHO etwa 75 Prozent der Frauen beschnitten. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) werden den etwa fünf bis sieben Jahre alten Mädchen die weiblichen Geschlechtsteile - unter meist katastrophalen hygienischen Bedingungen und ohne Betäubung - teilweise oder vollständig entfernt. Die gesundheitlichen Folgen durch das Risiko von Infektionen sind dramatisch und führen nicht selten zum Tod der Mädchen. Weiters führt der durch die Beschneidung erschwerte Geburtsvorgang zu einer erhöhten Müttersterblichkeit. Das Ritual hinterlässt obendrein seelische Folgen, die die Betroffenen oft lebenslang begleiten. Menschen für Menschen bekämpft seit über zehn Jahren erfolgreich schädliche Traditionen wie weibliche Beschneidung und Kinderheirat. Schockiert durch den Tod der neunjährigen Safia, die unter schrecklichen Leiden an den Folgen der Genitalverstümmelung starb, startete Karlheinz Böhm, Gründer und Leiter der Äthiopienhilfe Menschen für Menschen, im Jahr 1998 mit der "Safia-Kampagne" eine breit angelegte Offensive gegen FGM in Äthiopien. Das Herangehen von Menschen für Menschen basiert dabei auf langjähriger Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung und ist vernetzt mit integrierten Entwicklungsprogrammen. Viele Menschen glauben aufgrund mangelnden Zugangs zu Bildung, dass die Beschneidung religiöse Wurzeln habe. Deshalb stand am Anfang die öffentliche Erklärung religiöser Führer, dass FGM weder im Islam noch im äthiopisch-orthodoxen Christentum gefordert sei. "Die Menschen tun etwas Schlimmes, im Glauben etwas Gutes zu tun", so Almaz Böhm, stellvertretende Vorsitzende von Menschen für Menschen. Denn nicht beschnittene Frauen riskieren, sozial ausgegrenzt zu werden und ohne Ehemann zu bleiben. Seit Beginn der Kampagne hat Menschen für Menschen hunderttausende Menschen durch Informationsveranstaltungen, Workshops, Gründung von schulischen Anti-FGM-Clubs, öffentliche Diskussionen, Infotafeln und Theateraufführungen aufgeklärt. Weiters werden neben Fortbildungen für medizinisches Fachpersonal und Hebammen auch Informationssendungen für Radio und Fernsehen angeboten und Beschneiderinnen bei der Suche nach alternativen Berufen unterstützt. Mund-zu-Mund-Propaganda ist und bleibt einer der wichtigsten Faktoren, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Die "Safia-Kampagne" hat einen Prozess innerhalb der Bevölkerung ins Rollen gebracht: Viele Beschneiderinnen haben aufgrund der Kampagnen von Menschen für Menschen ihre Tätigkeit aufgegeben; Mütter erklären öffentlich, ihre Töchter nicht mehr beschneiden zu lassen und Männer bekunden, auch unbeschnittene Frauen zu heiraten. Das Thema Frauenbeschneidung ist kein Tabuthema mehr; ganze Dörfer haben dieser schädlichen Tradition abgeschworen. Rückfragehinweis:

Mag. Katharina Katzer
Menschen für Menschen, Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe k.katzer@mfm.at
Tel. 01/ 58 66 950-16
www.menschenfuermenschen.at
Spendenkonto PSK 7.199.000

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