Caritas-Helfer Lindner zu Gaza: "Wird immer schwieriger zu helfen"

Caritas versorgt in den nächsten Monaten insgesamt 24.000 Menschen im Gaza-Streifen mit medizinischer Hilfe

Wien (OTS) - "Angesichts der erneuten Kämpfe und Behinderungen an der Grenze wird es immer schwieriger, zu helfen", berichtet Caritas-Helfer Wolfgang Lindner nach seiner Rückkehr aus Jerusalem. Er unterstützte die Caritas Jerusalem in den vergangenen Wochen bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen.

"Die Zusammenarbeit der lokalen Caritas mit den UN-Hilfsorganisationen läuft gut. Doch es werden einfach zu wenige Hilfstransporte und Helfer über die Grenze gelassen. Es ist ein Drama", so sein erstes Resumee. Lichtblick sei der beginnende Frühling, so Lindner: "Wenn Kinder bei fünf Grad auf der Straße schlafen müssen, sind lebensbedrohende Krankheiten nicht weit."

Zu jüngsten UN-Berichten von einer Beschlagnahme von Hilfsgütern durch die Hamas sagt Lindner: "Hilfe kommt dennoch an und ist lebenswichtig. Jedes Hilfspaket, das unsere Caritas-KollegInnen im Gaza-Streifen an eine hungernde und frierende Familie verteilen können lindert die Verzweiflung." Laut UN-Nothilfekoordinator John Holmes sind derzeit 90 Prozent der 1,3 Millionen Menschen im Gazastreifen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. "Selbst diejenigen, die sich die Lebensmittel in den Geschäften leisten könnten, haben kein Bargeld mehr, weil die Bankensysteme in Gaza ohne Strom nicht mehr funktionieren. Die Menschen kommen deshalb nicht mehr an ihr Geld. Auch Überweisungen sind derzeit nicht möglich", erklärt Lindner dazu.

In den nächsten Monaten versorgt die Caritas insgesamt 24.000 Menschen, auch mit Unterstützung aus Österreich, mit Lebensmitteln wie Bohnen, Reis, Zucker, Konserven und Öl. Auch in den fünf verbleibenden Caritas-Gesundheitsstationen - ein weiterer medizinischer Stützpunkt ist den Bomben zum Opfer gefallen- ist die Nachfrage nach Hilfe groß, weiß der Caritas-Mitarbeiter.

"Vom Taxifahrer bis zum Studenten und dem Mann am Falafel-Stand:
Die Menschen, mit denen ich in Israel gesprochen habe, sind alle entschieden gegen den Krieg", erzählt der Caritas-Helfer von seinen Begegnungen. Lindner: "Die Katastrophe existiert und die, die es hauptsächlich trifft, können nicht das Geringste dafür."

Für die Nothilfe für die Menschen im Gaza-Streifen bittet die Caritas um Spenden auf das Caritas-Spendenkonto:
PSK 7. 700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Gaza

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Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909

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