Neues Volksblatt: "Kosmetik" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 5. Februar 2009

Linz (OTS) - Eigentlich wollte Unterrichtsministerin Claudia
Schmied erst am gestrigen Mittwoch mit Anas Schakfeh von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) über die problematische Einstellung muslimischer Religionslehrer zur Demokratie reden. Doch dann zauberte sie schon am Montag eine 5-Punkte-Paket aus dem Hut, mit dem die Aufregung erledigt sein sollte. Tatsächlich bleiben Fragen offen. Etwa, ob die Heterogenität der IGGiÖ überhaupt eine Umsetzung dieses 5-Punkte-Pakets zulässt. Denn eines ist klar:
Schakfeh ist keineswegs jener unbestrittene Repräsentant der Menschen muslimischen Glaubens in Österreich, als der er sich und als den offenbar auch Schmied ihn sieht. Überhaupt: Dass Frau Schmied erst nach Bekanntwerden der Studie über die Einstellung der Religionslehrer auf das Problem aufmerksam wurde, stellt ihr kein gutes Zeugnis aus. Und auch der SPÖ nicht, die mit dem Wiener Gemeinderat Omar Al-Rawi immerhin einen der Ihren bei der IGGiÖ in hoher Funktion (Integrationsbeauftragter) hat. "Oberflächliche Kosmetik" seien die vereinbarten Maßnahmen, sagt mit dem Grünen Efgani Dönmez ein Politiker, der es wissen muss. Das Tempo von Schmied und Schakfeh scheint zu bestätigen, dass da ein Problem bloß übertüncht wurde.

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