"KURIER"- Kommentar von Karin Leitner: "Gut beraten"

Die jetzige Regierung sollte auf teure Ezzes von außen verzichten.

Wien (OTS) - Alfred Gusenbauer und Wilhelm Molterer haben sich
nicht lumpen lassen. Unter ihrer Führung gab die damalige rot-schwarze Regierung 35,3 Millionen Euro für externe Berater aus - in knapp zwei Jahren. Länger hielt dieses Bündnis nicht. 2007 holten die Koalitionspartner um 14,3 Millionen Rat von außen, 2008 um 21 Millionen. Dagegen muten die 9,3 Millionen, die das Kabinett Schüssel einst in einem Jahr in derlei Know-how investierte, nachgerade bescheiden an.
Dennoch ist in beiden Fällen zu fragen: Warum kaufen die Lenker der Republik Wissen zu? Halten sie nichts von den eigenen Beamten? Vertrauen sie nicht auf deren Sachverstand? Haben sie überhaupt geprüft, ob solcher im Haus vorhanden ist? Oder werden Aufträge an Firmen vergeben, in denen Parteifreunde werken, weil die ja auch von etwas leben müssen? Beides wäre besorgniserregend.
Werner Faymann und Josef Pröll sind gut beraten, auf Ezzes von nicht-ministeriellen Stäben zu verzichten. Sie hätten keinen Erklärungsnotstand wie ihre Vorgänger, würden Steuergeld sparen und möglicherweise ihre Amtszeit verlängern. Nimmt man die kurze von Gusenbauer und Molterer als Maßstab, kann man zum Schluss kommen: Der Rat von außen war teuer, aber nicht gut.

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