Grünewald zu Welt-Krebs-Tag: Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten

Österreich hat nach wie vor kein flächendeckendes Screening-Programm für die häufigsten Krebsarten

Wien (OTS) - "Eine Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten,
trotzdem gibt es in Österreich nach wie vor kein flächendeckendes Screening-Programm für die häufigsten Krebsarten. Das ist grob fahrlässig und muss sofort geändert werden", fordert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, anlässlich des heutigen Welt-Krebs-Tages. "Prävention muss intensiv gefördert werden. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass internationale Qualitätskriterien eingehalten werden, statt Geld in nicht qualitätsgesicherten Projekten zu versenken", so Grünewald.

Dabei gab es durchaus erfolgreiche Projekte, wie etwa das Wiener Pilotprojekt Mammographie Screening ´Ich schau auf mich!´. Es ist als eines von fünf Pilotprojekten in Österreich zwischen 2006-2008 durchgeführt worden. Allerdings war Wien das einzige von allen teilnehmenden Bundesländern, das die Qualitätsstandards der EU-Leitlinien umsetzte. "Alle anderen Bundesländer haben aus Kostengründen auf ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening-Programm verzichtet. Dieses Vorgehen ist verantwortungslos", so Grünewald, denn die Prognose sei bei Früherkennung deutlich besser. So sei zwar die Häufigkeit dieser Diagnose in den letzten 15 Jahren gestiegen, die Sterblichkeit habe jedoch deutlich abgenommen (von 22,1 auf 15,8 Todesfälle pro 100.000 EinwohnerInnen).

Bei Lungenkrebserkrankungen liegt Österreich im internationalen Mittelfeld. Die Sterblichkeit ging bei den Männern etwas zurück, bei den Frauen erhöhte sie sich leicht. Es gibt keine/n ExpertIn, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Auftreten einer Lungenkrebserkrankung bestreitet. "Dass sich die Regierung nur zu einem völlig zahnlosen Gesetz, das mehr Probleme als Lösungen schafft durchringen konnte, ist ein gesundheitspolitisches Versagen erster Güte. NichtraucherInnenschutz ist die beste Präventionsstrategie gegen Lungenkrebs und hat höchste Priorität", fordert Grünewald und plädiert dafür, das derzeitige Gesetz zu entsorgen und ein praktikables NichtraucherInnenschutz-Gesetz, das sich der größtmöglichen Prävention verschrieben hat, auf den Weg zu bringen.

Grünewald erinnert abschließend an die vielen EU- Initiativen im Bereich der Krebserkrankungen, die Prävention, Früherkennung, best-practice-Modelle in Therapie und Diagnostik, Rehabilitation und eine europaweite Datenerfassung zum Ziel haben. "Hier bietet sich ein breiter Handlungsspielraum, auch im Rahmen von akkordierten Reformprojekten der Landesgesundheitsplattformen", so Grünewald abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0007