Steinmetz-Schwerpunktaktion 2009 gegen Grabstein-Werbung

Pietätlos: Visitenkarte am Grablicht, Hinterbliebenen-Telefonat

Wien (PWK082) - Wir wollen diese pietätlose Unsitte der Werbung für Grabsteine durch Visitenkarten auf Grablichtern, Plakaten auf Friedhöfen und Telefon-Werbung bei den Hinterbliebenen frisch Verstorbener weg bekommen. Die Leute fühlen sich belästigt - so eine Werbung ist eines ordentlichen Steinmetzes un-würdig!" Mit diesen Worten kündigte der Bundesinnungsmeister der Steinmetze, Rudolf Wunsch, die Schwerpunktaktion 2009 der heimischen Steinmetzmeister an. Für Abhilfe soll ein auf allen Friedhöfen affichiertes Plakat sorgen - in der Steiermark bereits sehr erfolgreich - mit der Info, dass Betroffene dieser ungebetenen Werbung ihre Beschwerde über eine (kostenlose) 0800-Telefonnummer direkt an einen beauftragten Detektiv mitteilen können. Dem werbenden Steinmetz kommt die Sache dann teuer zu stehen, womit sich sein Grabstein-Geschäft nicht rentiert. Wunsch:
"Es sind zwar nur wenige schwarze Schafe, aber die werben ohne jede Hemmung und missachten jedes Gesetz!"

Bayern und Steiermark als Vorbilder

An sich ist die Unsitte von Grabstein-Werbung bei den Hinterbliebenen von frisch Verstorbenen nicht neu, hat zuletzt aber spürbar überhand genommen, weil die Anfertigung und das Setzen eines Grabsteines ein durchaus einträgliches Geschäft darstellt. Zur Belästigung am Friedhof selbst kommt auch noch ungesetzliche Telefon-Werbung und neuerdings legen besonders Vife ihre Werbung in Urnenwände hinein. All dem will die Bundesinnung der Steinmetzmeister nun einen Riegel vorschieben - in Bayern etwa ist dies bereits gelungen. Jetzt wurde nach dem Vorbild des steirischen Plakates (Format A 3) ein österreichweit verwendbares gedruckt und wird an alle Friedhöfe bzw. Gemeinden zum Aushang ausgesendet. Betroffene dieser pietätlosen Werbung werden wie erwähnt ersucht, ihre Beschwerde per 0800-Telefon einem von der Innung beauftragten Detektiv mitteilen. Dieser eruiert den Missetäter, veranlasst ein Klage nach dem UWG (unlauterer Wettbewerbs-Gesetz), die gesamten Kosten hat der unkorrekte Grabstein-Werber zu tragen: 20.000 bis 30.000 Euro. Demgegenüber drohten bei der herkömmlichen Vorgangsweise (Verwaltungsstrafe) lediglich 2.000 Euro Strafe, bei einer Gerichtsstrafe gar nur 1.200 - da war das für die unerbetenen Werber noch ein Geschäft. (us)

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