Schwentner: Mangelnde Transparenz bei Gehältern führt zu Einkommensdiskriminierung

Grüne fordern drittes Konjunkturpaket für die Bereiche Bildung und Betreuung

Wien (OTS) - In Reaktion auf das heutige Interview mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Morgenjournal meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen: "Von der Frauenministerin wird zwar die stetig wachsende Einkommensschere beklagt, unternommen wird jedoch nichts dagegen. Ein Hauptgrund für die Einkommensdiskriminierung liegt in der mangelnden Transparenz der Gehälter. Alle Betriebe sollten verpflichtet werden, die Jahresgehälter betriebsintern offen zu legen." Dann wäre endlich für alle Frauen ersichtlich, ob sie genau so viel erhalten wie ihre männlichen Kollegen in einer vergleichbaren Tätigkeit.

"Die Arbeitsmarktsituation von Frauen war auch vor der Krise schon nicht rosig. Vollzeitjobs waren für Frauen kaum mehr zu finden. Seit Mitte der 90iger Jahre hat es in Vollzeitarbeitsplätzen gerechnet, bei den Frauen keinen Beschäftigungszuwachs mehr gegeben. Es hat sich eine gleichbleibende Anzahl an Arbeitsplätzen auf immer mehr Frauen in Teilzeit aufgeteilt", meint Schwentner. Die Krise habe jetzt in einem ersten Schritt die von Männern dominierten Branchen, vor allem die Industrie, erfasst. Es ist zu befürchten, dass jedoch in Zukunft auch Branchen mit hoher Frauenbeschäftigung, wie der Handel, von der Krise erfasst werden können. "Wichtig wäre es mit einem dritten Konjunkturpaket in krisensichere Zukunftsbereiche wie Bildung, Kinderbetreuung und Pflege zu investieren. Das würde zusätzliche und ohnedies dringend benötigte Arbeitsplätze, vor allem für Frauen, aber auch für Männer schaffen", erläutert Schwentner.

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