Musiol: Armutsgefährdung bei Kindern wird mit Familienentlastungspaket fortgeschrieben

Investitionen in Infrastruktur nötig, statt Absetz- und Freibeträge

Wien (OTS) - "Dass in Österreich, einem der reichsten Länder der Welt, 250.000 Kinder armutsgefährdet sind und 90.000 Kinder in Armut leben müssen, ist beschämend", kritisiert die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol. Obwohl einiges in direkte Geldleistungen für Familien investiert wird, scheint der bisherige Kurs der Regierung, welcher sich nun mit dem Familienentlastungspaket fortsetzt, auch keine Abhilfe zu schaffen. "Der Regierung ist offenbar nicht jedes Kind gleich viel wert. Denn die Maßnamen der Regierung kommen fast nur den besserverdienenden Familien zu Gute", hält Musiol fest. Sowohl Absetzbeträge als auch Freibeträge sind zusätzliche Geldleistungen, die SpitzenverdienerInnen sowie AlleinverdienerInnen mit hohem Einkommen begünstigen.

Die direkten Geldleistungen für Familien wirken auf den ersten Blick sehr großzügig, aber letztlich stellt es sich als Problem heraus. Der Anteil der Aufwendungen für nicht monetäre Leistungen, z.B. Betreuungseinrichtungen, ist an den gesamten Familienleistungen mit 19% im Vergleich mit anderen EU-Staaten noch immer zu gering, kritisiert Musiol und fordert "Wir müssen weg von der Idee der Absetz- und Freibeträge und hin zu einer Konzentration der Investitionen in den Infrastrukturbereich. Dies hätte ebenso einen konjunkturbelebenden Effekt", erklärt Musiol und weiter: "Die Regierung und vor allem die zuständige Familienstaatssekretärin ist aufgefordert, endlich armutsbekämpfenden Maßnahmen zu setzen. Die Einführung des einkommensabhängigen Karenzmodells, eine Unterhaltssicherung für Alleinerziehende und eine Inflationsanpassung von Familienleistungen wären hier der erste wichtige Schritt", so Musiol.

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