Weinzinger: Böhler-Uddeholm-Manager Raidl soll vom Repräsentativposten in der Nationalbank zurücktreten

"Forderungskauf durch öffentliche Hand zum Nominale ist Wahnsinn!"

Wien (OTS) - Als "einen Wahnsinn" bezeichnete heute der Landesparteiobmann der FPÖ Oberösterreich und FPÖ-Finanzsprecher, NAbg. Lutz Weinzinger, die Forderung von Böhler-Uddeholm-Manager Raidl, der einen Forderungskauf durch die öffentliche Hand zum Nominale verlangte. "Angenommen, eine Forderung an ein rumänisches Bauunternehmen wäre 10 Millionen Euro wert - mal abgesehen, von den unüberschaubaren Wechselkursverwerfungen, die auf uns zukommen - so wären diese auf Grund von Zahlungsschwierigkeiten zu 70 Prozent uneinbringlich. Eine normale Factoring-Gesellschaft würde die Forderung in etwa zum Verkehrswert, d.h. zu 3 Millionen Euro - den einbringlichen 30 Prozent der Nominalforderung - kaufen und ihrerseits betreiben. Raidl jedoch verlangt nun von der Republik Österreich, diese Forderung zum vollen Nominale - also zu 10 Millionen Euro zu übernehmen."

Die Folgen daraus wären, so Weinzinger, "natürlich erstens eine geradezu unethische Bereicherung der Banken auf Kosten der Steuerzahler. Zweitens wäre eine solche Summe budgetär gar nicht leistbar. Wenn österreichische Banken im Osten ein Exposure von rund 280 Milliarden Euro und das Budget rund 68 Milliarden Euro beträgt, muss man über keine besonderen mathematischen Kenntnisse verfügen, um das Island-Szenario zu erkennen. Das erkennt Raidl offenbar nicht", so der FPÖ-Finanzsprecher. "Und drittens wäre das eine massive Verfälschung der Marktkräfte, da niemand mehr für die Folgen der von ihm eingegangenen Risiken haftet. Und so soll sich die Art des Wirtschaftens in Zukunft ändern?"

Weinzinger verwies zudem darauf, dass auch der Hinweis auf Schweden Anfang der 1990er Jahre hinkt, "da es in diesem speziellem Fall um primär inländische Schuldner ging. Im Laufe der Jahre vermochte die schwedische Reichsbank dann, von schwedischen Schuldnern erkleckliche Summen einzutreiben. Aber wie soll dieses Modell über die Grenzen hinweg nach Osteuropa und Kleinasien funktionieren?"

"Eine Person wie Raidl, die so dreist für die heimische parasitär agierende Finanzelite Lobbyismus betreibt, sollte meiner Meinung nach jeden öffentlichen Posten zurücklegen", forderte Weinzinger abschließend, dass Raidl von seinem hohen Repräsentativposten als Präsident der Österreichischen Nationalbank zurücktreten soll.

Rückfragen & Kontakt:

FPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0001