"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Die Großen lässt man kassieren" (Von FRANK TSCHONER)

Prämien-Zahlungen an Manager gehören so lange verboten, bis die Staatshilfe zurückbezahlt wurde Ausgabe vom 4. Februar 2009

Innsbruck (OTS) - Etwa 200 Euro kosten jeden Schweizer
Steuerzahler die Prämien der Großbank UBS für ihre Mitarbeiter. Da muss jedem Bürger, mit dessen Geld die Bank gerettet wird, der Kragen platzen. Denn wofür sollen Prämien kassiert werden? Für gutes Wirtschaften sicher nicht.
Gleichzeitig baut das ehemalige Flaggschiff der Schweizer Bankenlandschaft Mitarbeiter ab. Bisher sind es 7500, jetzt drohen weitere Stellenkürzungen. Beim kleinen Steuerzahler entsteht der sicherlich nicht falsche Eindruck: Die Großen lässt man mit Boni laufen, die Kleinen hängt man höher.

Schauplatzwechsel in die USA: Dort bestellten kürzlich Manager der Citigroup einen 50 Mio. Dollar teuren Firmenjet. Die US-Regierung hatte der Citigroup 2008 mit 45 Mrd. Dollar unter die Arme gegriffen. Erst unter massivem politischen Druck stornierten die Citigroup-Chefs den Nobelflieger.

Schamlos ist ihr Verhalten dennoch. Ihnen fehlen jeder Realitätsbezug und Sensibilität. Das gilt auch für die UBS und die politisch Verantwortlichen in der Schweiz, die Bonuszahlungen trotz Staatshilfe zulassen und sogar noch verteidigen.

Wenn Staatshilfe in Österreich gewährt wird, entfallen Prämien im 1. Jahr. Das ist gut so. Unter bestimmten Bedingungen dürfen jedoch Boni danach ausbezahlt werden. Hier müssen die Regeln noch verschärft werden. Kein Steuerzahler hat Verständnis dafür, dass der Staat Geld gibt, aber dieses dann beispielsweise im 2. Jahr indirekt in Prämien fließt. Ein Bonus-Verbot bis zum Ende der Staatshilfe ist wünschenswert. Dann erst ist die Suppe, die die Manager eingebrockt haben, auch ausgelöffelt.

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