ÖSTERREICH: Meteorologie-Gutachter belastet Bundesheer

Gutachten für Polizei belegt: "Nebel hat zur Autobahn gedreht."

Wien (OTS) - Das Gutachten zur Massenkarambolage auf der Donauuferautobahn vom 22. Jänner liegt vor. Der Meteorologe Ernest Rudel erstellte das Papier für die niederösterreichische Landespolizei und nennt gegenüber der Tageszeitung ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe) die wesentlichen Details. Laut Rudel ist es plausibel, dass die Bundesheer-Granate den Nebel auslöste. "Ja, es gab davor keinen Nebel. Es war ein künstlich hervorgerufener Nebel", sagt Rudel zu ÖSTERREICH.
Gutachter Rudel erläutert: "Das Pech war, dass etwa zur Unfallzeit - zwischen 18.40 bis 19 Uhr - der Wind wieder nach West gedreht hat. Der Nebel wurde so zur Autobahn gedreht. Nach dem Unfall hat der Wind abermals nach Nordost gedreht. Insgesamt war der Wind sehr schwach. Wäre der Wind stärker gewesen, wäre der Nebel rasch zerstreut worden. So ist der Nebel für 20 Minuten zur Straße transportiert worden, danach wieder zurück."
Der ZAMG-Meteorologe Rudel untersuchte die genauen Wetterbedingungen am Unfallort. "Gegen 16.10 Uhr kam leichter Wind aus der Westrichtung. Danach hat der Wind von Spitzen bis zu zehn Kilometer pro Stunde gewechselt - von Nord auf Richtungen um Nordost gedreht. Also von der Autobahn weg. Das dürfte der Grund gewesen sein, dass die Übung mit den Nebelgranaten gemacht wurde", so Rudel zu ÖSTERREICH. Und: "An diesem Tag waren sehr geringe Luftdruckgegensätze - daher war insgesamt der ganze Tag sehr windschwach. Es gab den ganzen Tag über eine gute Sicht von rund zehn Kilometern. Es gab also keine Sichtbehinderung durch Nebel oder Dunst."

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