Kurzarbeit zu fairen Bedingungen sichert Zehntausende Arbeitsplätze

Kurzarbeit ist ein Deal - und der "muss" fair sein

Wien (GMTN/GPA-djp/ÖGB) - "Derzeit sichern wir durch Kurzarbeitszeitvereinbarungen mit 77 Betrieben 21.676 Arbeitsplätze von ArbeiterInnen und Angestellten, vorrangig in den Metallbranchen", erklären der geschäftsführende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), Rainer Wimmer, und Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). "Den Menschen ihre Arbeitsplätze zu sichern, den Unternehmen über Krisenzeiten hinwegzuhelfen und die unentbehrlichen Qualifikationen der Beschäftigten zu erhalten, und die Zahl der Arbeitslosen nicht noch mehr explodieren zu lassen - das alles und mehr sind sehr gute Gründe für die Kurzarbeit. Und alle Beteiligten müssen dazu ihren Beitrag leisten."++++

Kurzarbeit verhindert Arbeitslosigkeit und ist auch günstiger. Sozialminister Hundstorfer rechnet dieses Jahr mit rund 40.000 Beschäftigten, die kurzarbeiten, und stellte auch fest, dass für die öffentliche Hand ein/e Arbeitslose/r mit Durchschnittslohn so teuer ist wie 3,4 Beschäftigte in Kurzarbeit. "Auch wir rechnen in unseren Branchen mit dem weiteren Anstieg der Kurzarbeit", sagen Wimmer und Proyer. "Das bedeutet, dass die kurzarbeitenden Beschäftigten mit verminderten Löhnen und Gehältern ihren Beitrag für die Bewältigung der Krise zahlen. Auch die öffentliche Hand zahlt in Form der Kurzarbeitszeitbeihilfen des Arbeitsmarktservices ihr nicht geringes Scherflein mit dazu."

Unternehmen müssen ihre Verantwortung übernehmen

"Vermindertes Einkommen und solidarische Mitfinanzierung für die Sicherung von Arbeitsplätzen und dass Betriebe nicht ihre qualifizierten Arbeitskräfte verlieren, ist ein Teil des Deals bei der Kurzarbeit", sagen Wimmer und Proyer, "aber ein fairer Deal ist es nur dann, wenn die ArbeitnehmerInnen dafür ein gewisses Maß an Sicherheiten bekommen und die SteuerzahlerInnen letztendlich nicht doch mit steigenden Arbeitslosenzahlen belastet werden. Hier fordern wir die Unternehmen auf, ihre Verantwortung durch gerechte Abmachungen der Behaltefristen nach Ende der Kurzarbeit zu übernehmen."

Es gibt das Recht der Unternehmen, ihre Gewinne zu ernten, aber sie tragen auch das Risiko von weniger Aufträgen. ArbeitnehmerInnen erhalten das gleiche Einkommen, auch wenn Rekordgewinne eingefahren werden, stellen die Gewerkschafter fest. "Jetzt, in Krisenzeiten, zahlen sie bei der Kurzarbeit mit Lohn- und Gehaltseinbußen, obwohl ihre Lebenshaltungskosten ansteigen. Von unserer Seite wird es keine Zustimmung dazu geben, dass das Risiko dieser Krise die Beschäftigten alleine tragen, es muss ein ‚gemeinsames Tragen’ sein. Dazu gehört für die Beschäftigten zumindest eine faire Zeit der Sicherheit, dass sie nach der der Kurzarbeit nicht doch beschäftigungslos vor dem Arbeitsamt stehen", sagen Wimmer und Proyer.

ÖGB, 3. Februar 2009 Nr. 52

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