Das Leben lässt sich nicht mit Schulden aufbauen

AKNÖ und Schuldnerberatung starten Vorbeugungskampagne für 1.000 SchülerInnen

Wien (AKNÖ) - Sie werden in ein paar Monaten ihr erstes Geld verdienen und wissen nur sehr wenig über ihre Rechte und Pflichten als KonsumentInnen. Das trifft auf die SchülerInnen der Polytechnischen Schulen zu. Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen die niederösterreichische Arbeiterkammer und die Schuldnerberatung Niederösterreich diese Jugendliche davor bewahren, ihr Leben mit und auf Schulden aufzubauen, sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder.

Etwa 500 Jugendliche kommen jedes Jahr zur Schuldnerberatung. Sie können ihre Handyrechnungen nicht mehr zahlen oder das Minus auf dem Konto nicht mehr ausgleichen. "Das ist gerade für junge Menschen, die ihr erstes Geld verdienen und versuchen, ein Leben aufzubauen, eine dramatische Situation", sagt AKNÖ-Konsumentenschutzexpertin Sandra Schwarz-Nowak. "Noch dazu, wenn man bedenkt, dass für viele die Schuldenfalle schon in der Jugend beginnt und sich langsam steigert. Und später steht man vor dem Scherbenhaufen".

Was jährlich Hunderte Jugendliche zu SchuldnerInnen macht, liegt für Schwarz-Nowak auf der Hand: "Die Jugendlichen haben nie erklärt bekommen, welche Rechte und Pflichten sie als KonsumentInnen haben. Wie man vermeidet, dass man Handy-Abos abschließt, die man nicht will oder welche Regeln beim Einkaufen im Internet gelten, etwa". AKNÖ-Konsumentenschutzexperte Manfred Neubauer kritisiert, dass dieses fundamentale Wissen nicht im Schullehrplan steht. "Die Jugendlichen hören von uns oft das erste Mal, was ein Girokonto ist. Woher sollen sie wissen, wie sie ihren Kontostand kontrollieren und dass sie das Konto am besten nicht überziehen?"

Zielgruppe SchülerInnen an Polytechnischen Schulen

Eine gemeinsame Aufklärungskampagne der AKNÖ und der Schuldnerberatung an den Polytechnischen Schulen soll Jugendliche davor bewahren, sich zu verschulden. "Das ist unsere Zielgruppe, weil das die jungen Menschen sind, die in ein paar Monaten als Lehrlinge ihr erstes eigenes Geld verdienen", erklärt Schwarz Nowak. In diesem Projekt werden ExpertInnen in Referaten gut 1.000 SchülerInnen in 50 Klassen die Grundfertigkeiten des Konsumentenschutzes vermitteln. So viele Teilnehmer gab es noch nie.

"Das kommt sehr gut an. Schulen, wo wir das gemacht haben, fragen jedes Jahr an, ob wir wiederkommen", zeigt sich Neubauer zufrieden. "Das ist ein wichtiges Präventionsangebot", ergänzt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder. "Damit bereiten wir die Jugendlichen nicht nur auf die Lehre sondern auch auf ihr Erwachsenenleben vor". Haneder bedauert aber, dass eine flächendeckende Konsumentenbildung auf Einzelinitiativen wie die der AKNÖ und der Schuldnerberatung beschränkt bleibt. "Wir sehen, dass viele NiederösterreicherInnen in diesem Bereich große Wissenslücken haben. Ich halte es für dringend notwendig, dass Verbraucherbildung als Pflichtfach an den Schulen unterrichtet wird. Damit wir eine Generation mündiger KonsumentInnen bekommen, die nicht in die Schuldenfalle tappt", sagt Haneder.

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AKNÖ-Konsumentenschutz
Sandra Schwarz-Nowak
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